422 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 52.
so übernahm Herr Dr. Knövenagel das Präsidium in der trotz des Weihnachtsgeschäftes verhältnissmässig gut besuchten Versammlung. Die Ursache biervon war wohl hauptsächlich die angekündigte in- teressante Tagesordnung, doch wurden die Mitglieder in der Bezie- bung sehr enttäuscht, indem beide Herren Vortragenden verhindert waren und auch von Weimar keine Wandermappe zur Ausstellung eingelaufen war..
Herr Dr. Knövenagel eröffnete die Sitzung um 9 Uhr und theilte der Versammlung mit, dass er im Verein mit Herrn Abbenthern heute Mittag unserem verehrten Vorsitzenden das demselben anläss- lich der Feier seiner silbernen Hochzeit von den Mitgliedern ge- stiftete Album mit den Photographien derselben überreicht habe, und lasse Herr Major von Hammerstein den Herren seinen herzlichsten Dank aussprechen.
Hierauf demonstrirte Herr Baron von Brentano Abdrücke von einem und demselben Negativ auf Eastman- und Aristopapier, sowie eine Anzahl von mit der Momentcamera von Schlesicky-Ströhlein in Frankfurt a. M. erzeugten Bildchen nebst Vergrösserungen danach.
Herr Dr. Arnold zeigte nachdem der Versammlung die neue Rolleassette Lipsia für Papiernegative von Harbers in Leipzig, welche allseitige Anerkennung fand, und besprach alsdann den Vorzug farbenempfindlicher Platten beim Landschaftern, namentlich in Bezug auf Hochgebirgsaufnahmen, bei welchen mit gewöhnlichen Platten meistens nicht viel zu erreichen wäre, indem der Vordergrund in der Regel gegenüber der Ferne stark unterexponirt sei, währenddem bei Aufnahmen mittelst orthochromatischer Platten dieser Febler fortfalle. Derselbe empfiehlt namentlich die ohne Gelbscheibe anzu- wendenden Eosinplatten und erwähnte, dass in kurzer Zeit diese Emulsion auch auf Folien in den Handel käme, welche bei Hoch- gebirgsaufnahmen von unschätzbarem Vortheile seien. Nachtheilig beim Arbeiten mit diesen Platten wäre hauptsächlich das Entwickeln, da das Laboratorium so finster sein müsse, dass man rein garnichts sähe und infolgedessen über die Dauer der richtigen Entwicklung im Unklaren sei. Herr Dr. Arnold bat bierauf Herrn Georg Alpers jun., ebenfalls seine Erfahrungen beim Arbeiten mit diesen Platten mitzutheilen; dieser bestätigte das vom Vorredner Gesagte in allen Theilen und erwähnte noch in Bezug auf die Haltbarkeit, dass die Platten in nicht langer Zeit leicht schwarze Ränder bekämen, sowie das häufige Vorkommen von sehr störenden Fingerpatzen mitten im Bilde, nameutlich bei grösseren Formaten. Derselbe zeigte dann der Versammlung eine grosse Aufnahme eines Theatervorbanges und bemerkte in Bezug auf die Herstellung, dass die Vorlage bei elec- trischem Licht aufgenommen sei bei einer Exposition von 1 Stunde. Als Objectiv habe ein Kranz-Weitwinkel(3. Blende) gedient und wäre eine gewöhnliche, durch Baden farbenempfindlich gemachte Schleussner-Platte verwandt. Redner erwähnte noch die grossen Schwierigkeiten bei der Aufnahme, indem der sehr grosse Vorhang durch die Luftströmung sich fortwäbhrend stark bewegte und nur durch vieles Annageln an allen Seiten zur Ruhe gebracht werden konnte. Diese Vorlage, sowie die Aufnahmen des Foyers in dem- selben Theater fanden die volle Anerkennung der Anwesenden.
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