Jahrgang 
1889
Seite
370
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370 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 45.

und demgemäss auch in dem Ppreise der Camera zu suchen. Die Camera hat ein auf unendlich eingestelltes Objectiv. welches Platten von 658 em, also etwa Visitformat, auszeichnet. Daneben befindet sich ein kleineres Objectiv mit dabinterliegendem Spiegel, welches als Sucher dient. Auf diese Weise hat man es sehr leicht, denm Gegehstand der Aufnahme mit dem Sucher zu verfolgen und im ge- eigneten Momente den Verschluss auszulösen.

Der Verschluss ist ein doppelter und lässt sich für Moment- und für Zeitaufnahmen benutzen. In letzterem Falle ist es selbst- verständlich, dass die Camera auf einer festen Unterlage rubt. Der Verschluss wird gespannt, indem man das auf der einen Seite des Objectivs befindliche Knöpfchen auszieht zur Auslösung zieht man das auf der anderen Seite befindliche Knöpfehen. Dureb den Zug des anderen Knöpfchens wird der Schieber, der am ersten Knopf befindlich ist, zum Zurückschnellen veranlasst. Wenn man das Knöpfehen an der zweiten Seite nicht vollständig auszieht, so bleibt der Verschluss so lange geöffnet, bis man das Knöpfehen wieder loslässt, oder ganz auszieht.

Der Apparat kann natürlich hoch und quer benutzt werden. Am Ende des Apparates, da, wo das Bild sich zeigt, befindet sich an Stelle der matten Scheibe eine Bromsilbergelatine-Platte, 62 8 cm gross. Diese Platte ist mit einem Blechrähmchen, welches auch eine Rückseite hat, versebhen. Es befinden sich im Ganzen 12 Platten hintereinander. Die zwölfte(letzte) hat einen dickeren Holzrahmen und wird durch eine Feder angedrückt. Wenn die erste Platte ex- ponirt ist, so erlaubt eine dichte Ledertasche, welche sich an dem Ende des Apparates befindet, die durch einen Hebel in die Höhe gehobene exponirte Platte herauszuziehen und hinter die letzte, mit dem Holzrahmen versehbene Platte zu schieben.

Es wird stets nur die erste Platte in die Höhe gehoben und auf diese Weise lassen siech alle 12 Platten hintereinander exponiren, ohne dass man nöthig hat, sich die Nummer und die Reihbenfolge der Platte zu merken. Die zwölfte(letzte) Platte, die mit dem Holzrabmen versehen ist, lässt sich jedoch durch den Hebel nicht in die Höhe schieben, sodass bierdurch das beste Anzeichen von der Exposition sämmtlicher 12 Platten gegeben ist.

Die Arbeit geht sehr leicht von Statten und sind die erzielten Bilder von hinlänglicher Schärfe, um eine Vergrösserung vertragen zu können. Wir haben selbst verschiedene brauchbare Platten mit dieser Camera erzielt.

Wenn sämmtliche 12 Platten ausexpopirt sind, so ist es sehr leicht, eine neue Anzahl Platten einzuschieben. Man löst zu dem Ende die Rückwand der kleinen Camera los, nimmt in der Camera die 12 Plattenrähmchen mit den Platten heraus, zieht die Platten aus den Rähmchen und ersetzt sie durch neue.

Der ganze Apparat mit 12 Platten kostet nur 25 Mk. und ist somit einer der billigsten Momentapparate.