Jahrgang 
1889
Seite
344
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344 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 42.

Bilder, die eine Zeit lang ruhig stehen und einer eingehenden Be- trachtung unterzogen werden können, werden dann plötzlich weiter geschoben und durch zwei neue Reihen abgelöst. Das Gehause, in welchem der Apparat sitzt, ist in solider Weise aus Eichenbolz ge- arbeitet und mit Metallbeschlägen verziert. Die Vorderseite äbnelt einem aufgeschlagenen Pianino, an Stelle der Tasten befindet sich eine Reibe Bilder, an Stelle der Noten eine zweite. Die betr. Reihen mit Bildern sitzen auf einer gemeinschaftlichen Achse und sind auf beiden Seiten mit Plüschrahmen zum Einstecken der Bilder verseben. Im Innern des Kastens befindet sich ein UÜhrwerk, welches, durch eine starke Feder getrieben, etwa 45 Stunden lang die Drehung der Achse und so einen ständigen Wechsel in den ausgelegten Bildern bewirkt. Nachdem die Feder abgelaufen ist, kann sie von der Rückseite des Apparates ohne dass dieser vom Platze bewegt zu werden braucht aufgezogen werden. Ebenfalls auf der Rück- seite befindet sich ein Zeiger, durch dessen Drehung das Werk sofort zum Stehen gebracht wird; man kann dann mit Leichtigkeit etwaige Erneuerungen oder einen Wechsel der Auslagebilder vornehmen. Die Einrichtung des Apparates wird am besten durch die in der heutigen Nr. befindliche Abbildung zu der betr. Anzeige ersehen.

Vermischtes. Einrichtung von photographischen Ateliers für Polizei-Zwecke.

Seit etwa einem Jabre ist in Hamburg ein sogenanntes Polizei- Atelier in Betrieb gesetzt worden.

Der Mittheilung eines Freundes, welcher zum Theil die Einrich- tung daselbst mit ins Werk setzte, verdanken wir die Beschreibung. Zwei Beamte, die früher als Photographen thätig gewesen und nach dem Feldzug 1870/71 zum Polizeidienst übergetreten waren, wurden von neuem auf das trockene Verfahren einexereirt; ausserdem wurde ein Copirer engagirt. Das Atelier selbst ist im Stadtbaus, in nächster Nähe des Polizeibureaus angelegt und auf das practischste eingerichtet. So werden von allen Denen, die zur Aufnahme gelangen, nur Cabinet- Brustbilder gefertigt, und erstreckt sich diese Aufnahme auf alle Diejenigen, die aus dem Zuchthause entlassen werden, sowie auch auf die, welche wiederholt wegen Vagabundirens bestraft werden, ebenso aber auch auf Alle, die ausgwiesen werden. Es wird durch dieses Vorgehen der Polizei eine Menge Arbeit erspart, denn wenn früher z. B. solche Leute, die vielleicht schon unter verschiedenen Namen bestraft wurden, später wieder in die Hände der Polizei fielen, so war öfters durch Läugnen eine Feststellung der Vorbe- strafung verhindert, während dies jetzt möglich ist. So z. B. waren kürzlich 3 Personen bei Ausgabe von falschem Gelde verhaftet wor- den; von diesen wurden von jedem 2 Aufnahmen mit und ohne Hut gemacht und die Bilder wurden von Beamten den betreffenden Zeugen, welche durch die Verausgabung des Geldes geschädigt waren, vor- gelegt, ihre Aussagen gleich zu Protocoll genommen und in dieser Weise das Verfahren bedeutend abgekürzt. Ebenso werden auch bei Einbrüchen u. s. w. Aufnahmen gemacht, Schriftstücke photo-

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