Jahrgang 
1889
Seite
294
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294 Deutsche Photographen-Zeitung 1889. Nr. 36.

und von Dr. M. E. Demole herausgegeben wird. Im Juli erschien das erste Heft mit einigen hübschen Illustrationen. Der Preis der Revue Suisse ist in der Schweiz jährlich 6 Fr., im Auslande 8 ½ Fr.

Fragekasten.

Fragen.

826) Wie kommt es, dass meine Copien jetzt so langsam vergolden, ein Uebelstand, welcher mir noch nie vorgekommen ist. Ich habe frisches Silber- bad, ebensolches Goldbad(wolframs. Natr.) und trotzdem liegen die Bilder l, auch 1 ½ Stunde im Bade. Ob das wohl mit am Papier liegt? Seit der letzten Papiersendung ist mir die Sache ganz besonders aufgefallen.

827) Wie kann man ein durch Fixirnatron verdorbenes Silberbad am besten und sichersten restauriren? Das erste Chlorwasser ist durch die betr. Copien ganz gebräunt, das zweite schon nicht mehr. Die Bilder haben einen broncen-

schillernden Ueberzug; die Copien golden jedoch ganz normal und richtig.

Antworten.

Die Fragen 821 u. 822 in Nr. 33 veranlassen mich, meine Versuche über den neuen Eikonogen-Entwickler zu veröffentlichen. Der neue Entwickler ist der beste, welehen ich bis jetzt habe kennen gelernt, nur eignet sich derselbe nicht für alle im Handel vorkommenden Platten. Ich habe meine Versuche bei vier verschiedenen Plattensorten angestellt und nur zwei derselben lieferten ausge- zeichnete Resultate. Hauptsache ist, dass die zu entwickelnde Platte durchaus schleierfrei ist. Haben die Platten den geringsten Schleier, so hat der Eikonogen- Entwickler gegenüber dem meist gebräuchlichen Oxalat-Entwickler die Eigen- schaft, den schon vorhandenen Schleier noch bedeutend stärker hervorzurufen.

Die grossen Vorzüge des Eikonogen-Entwicklers bestehen darin, dass der- selbe dem Negative die grösstmögliche plastische Zeichnung verleiht, welche mit keinem anderen Entwickler zu erreichen ist, sowohl bei Portraits, Land- schaften wie Reproductionen, und ich bin der Ansicht, dass das Eikonogen bald jeden anderen Entwickler verdrängen wird.

Ich habe mir vor 14 Tagen Eikonogen-Entwickler angesetzt und liefert mir derselbe nach wie vor die ausgezeichnetsten Resultate.

Burgsteinfurt i. Westf., den 24. August 1889. Georg Rothe.

Zu Frage 822: Es ist unbedingt zu empfehlen, den Entwickler nach dem im Prospect angegebenen Recept anzusetzen, und so stets gewissermaassen einen Normal-Entwickler zu haben, den man dann jeweilig nach Belieben modificiren kann. Wenn Ihre Platten schleiern, so dürfte die Ursache jedenfalls nicht im Entwickler zu suchen sein, da Platten, die mit anderer Hervorrufung klar arbeiten, es unbedingt auch mit dieser thun. Genaues Studium des Artikels in Nr. 26Ueber die Verschiedenheit der mit Trockenplatten erzielten Negative in Bezug auf ihre Entwicklung dürfte Sie vielleicht zur Entdeckung der Ursache des Schleiers führen. Falls Sie beim Entwickeln nicht die nöthige Kraft erzielen können, so ist der Entwickler vielleicht zu alt. Selbst in getrennt angesetzten Lösungen verliert derselbe schon nach drei Tagen an Kraft, man thut daher am besten täglich, oder, bei kleinerem Betriebe, einen um den andern Tag frisch anzusetzen. Sollte frischer Entwickler, besonders bei sehr empfindlichen Platten, flaue Negative geben, so kann man durch Verdünnen mit Wasser während des Hervorrufens leicht jede gewünschte Kraft, bis zur vollständigen Härte, erzielen. Auch Anrufen mit gebrauchtem Entwickler und Fertigmachen in neuem giebt stets jede gewünschte Dichtigkeit. Natürlich erfordert jeder neue Entwickler, trotz genau gegebener Vorschriften, aufmerksames Studium, keiner aber ist leichter zu behandeln, als Eikonogeu, und gerade diese einfache Behandlung macht seine Einführung in die Praxis so leicht. Nicht unerwähnt möge bleiben, dass man beim Arbeiten mit Eikonogen sich nur, bisher für andere Chemicalien nicht gebrauchter Schaalen bedienen muss, am besten Porzellanschaalen.

C. Hinckelmann.

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