Chriſtlichen Kirchen. 17
In der alten Romiſchen Kirchen waren viel mehr Ge⸗ rechter / Widergeborner vnd Frommer / weder der Gottlo⸗ ſen vnd Gleißner.
In der newen iſt der groͤſte Hauff Gotiloß vnd vnrein in Lehr vnd Leben / der Frommen aber ſeynd gar wenig darinn / welche verborgen ligen vnd verachtet ſind.
In ſumma es iſt alles vmbkehrt vnd verkehrt in der new⸗ en Romiſchen Kirchen / welche mit jhren Cardinälen / Biſchoffen / Prelaten / Pfarꝛhermn / vnnd Prieſtern in der Lehr / im Glauben / vnd im Leben / nit allein von der erſten al⸗ ten Chriſtlichen / Apoſtoliſchen / heiligen / ſondern auch von der Römiſchen Kirchen / ſo ʒu der Vaͤtter Zeit geweſen iſt / in vielen Articuln deß Glaubens / Gottesdienſts / der Lehr vnd Lebens abgefallen iſt / vnnd viel ffentlicher Irꝛthumb vnd Abgotterey verthedigt: Welches nicht allein auß Bib⸗ kſcher Schrifft / auß den alten Lehrern vnd Concilien, ſon⸗ dern auß jhren eignen Rechten / Decreto, vnd Pecretalibus vielfaͤltig vnd vnwiderſprechlich zuerweiſen.
So ſchreibt auch Auguſtinus / daß ſchon zu ſeinereit die Kirch in occidente, darunder auch Rom iſt / nit gehaltẽ / das
die Apoſtel befohlen haben / Epiſtola 36 viel minder helt ſie
heut / was Chriſtus ſemen Apoſteln befohlen·
Es iſt darzu Roma nicht Patriarchalis Eccleſia, viel we⸗ niger iſt die new Romiſch Kirch Mater Eccleſiarum, wie Lyra ſelbſt bekennt / da er ſchreibt: Eccleſiæ Patriarchales quatuor ſunt: quarum primaeſt Hieroſolymitana, nam ibi incæpit Eecleſia: Secunda eſt Antiochena: Tertia Ale- xandrina: Quartaeſt Conſtantinopolitana. Hæc ille ſuper Apoc. 4. Wo bleibt da Romana Fccleſia mater omnium Eccleſiarum, wie deß Bapſts Heuchler de primatu ſedis Romanæ Wort verkauffen? vnd doch nach jhrem eigenen
D j Rechten /


