Lor. 2
Ein Pꝛedig von den
ſich genomen · vnd ſich (auſſerhalb der Suͤnden gehal⸗
ten / wie ein ander gemeiner Menſch. Vndiſtan weiſe vnd geberden / wie ein ander Menſch erfunden worden. Die Knechts geſtalt aber in Chꝛiſto / die er an ſich ge⸗ nommen eals er ſich ſeiner Maieſtet geeuſſert) iſt nicht ſein Menſchliche Natur: ſonſten hette er mit ablegung der Knechtsgeſtalt / in ſeiner aufferſtehung, auch die Menſchliche Natur ablegen muͤſſen: welche Natur er doch in alle Ewigkeit nicht von ſich legt. Sonder die Knechtsgeſtalt iſt die erniderigung in ſeiner Menſchli⸗ chen Natur: das er ſich ſo gering geſtelt vnnd erzeigt hat / als ob er ein armer Knecht were: der doch (wann er gewolt)hette jederzeit ſein Heriligkeit koͤnden erzei⸗ gen. Ja er hette ſich auch allezeit koͤnnen alſo ſehen laſ⸗ ſen / wie er ſich ſeinen Juͤngern auff dem Berg Hert⸗ lich erʒeigt hat / da ſein Angeſicht leuchtet wie die Son⸗ ne/ vnd ſeine kleider weiß waren /wie der ſchnee. Aber er hat die Gottliche Hertligkeit (deren vnderwellens ein kleiner glantz in ſeinen Wunderwercken herfůr ge⸗ ſchinen)den mehren theil ſeines lebens (voꝛ ſeier auf⸗ ferſtehung)verboꝛgen / vnd faft biß in das dreiſſigſt ar ſeines alters ſich als ein Kuecht erwiſen. Ja er hat au in ſeinem Predigampt die Knechtsgeſtalt behalten: biß er dur h ſein bitter Leiden vnnd ſterbei das Menſchlich gechlecht erloͤſete. Vadiſi ein notturfft geweſen Das Chuſtus in Knechtsgeſtalt auff Erden gangen OM wann ſie jne erkant hetten / ſo hetten ſie den Hermn der
Hertligkeit
——.—


