Ein Cßriſtliche Leichpredigẽ. ſenzu eygen gibt) viel vnd offtermals zum ſondern Troſtjhrer Seelen brauchet. Den gantzen Catechiſmum Lutheri ( das ſchöne patrimonium Ec⸗ eſia/ vnd gleichſam die kleine Biblia)die Fragſtůcke der Confirmation/ ßeim / liche vnd fuͤnfftig Pſalmos Hauidicos/ die drey Hůͤupt Syrmbo- l. Apoſtolicum Nicenum & Athanaſianum, wie auch ſonſten vn⸗ zhliche viel Spruche Altes vnd Newes Teſtaments / hat ſie außwendig Ieůndt Hat alſo einen ſehr groſſen ſchöͤnen Vorrath von himmliſchen hrütern (diuitias aureas in corde aureo) gehabt vnd geſammlet / ſo jhr eim Todtjetzt nachgezogen / vnnd jhr das Geleidt in Himmel gegeben ben. Ihrer geliebten Franw Mutter vnd Herrn Vatter hochſeligſter Ge⸗ lchtnuß /war ſie jederzeit in allen Dingen / mit freywilligem Hertzen / auß ndtlicher Lieb vnd Furcht gehorſam. Sie war nicht der vnartigen / vnge⸗ tenen Tochter eine / ſo jhr hohes Geſchlecht etwan ſchaͤnden: Wie die yige 4 6 ia / deß großmaͤchtigen Keyſers Auguſti Tochter / ein Schandtfleck phth. Eraf. weſen: daßofft der trawrige Keyſer mit Seufftzen gewuͤndſchet / O v- milibro « irum cœlebs vixiſſem orbusq́; periſſem, O wolte Gott / Ich were nxweders ohn Ehe geblieben / oder gar ohn Kinder geſtorben. Ihr Wandel auff Erden war Chriſtlich /ehrlich /keuſch zuchtig / demuͤh⸗ nſtilvnd eyngezogen. Vnter dem Sammet vnd Seiden / vnter den gůͤl⸗ hren Ketten / leuchtet jederzeit herfur ein heyliges / demuͤhtiges Eſther hert. Sonder Zweiffel wirdt der jnnerliche Schmuck deß verborgenen . Pet.3. k fur Gott vnd ſeinen heyligen Engeln noch viel ſchoͤner geglän⸗ thaben. Gegen maͤnniglich / hohes vnd nidriges Standts Perſonen / hat ſie alſo erzeiget / daß ſie nicht allein nicht die allerwenigfteKlage hette hin⸗ ierſich gelaſſen / ſondern daß auch jhr F. S. hiedurch bey Gott vnnd der Belt/ ein ewig jmmerwährendes Lob vnd vnſterblichen Namen ererbet. Mit ehelicher Lieb /Treuw / Chrenbietung vnd Gehorſam gegen jhren zliebſten Herrn vnd Ehegemahl / Graff Friederich Magnuſſen / iſt ſie rechte Tochter / vnnd rechte Nachfolgerin geweſen / nach der i.ver. dr S. Petri. Vndiwar hette ſie laͤnger auff dieſer Welt leben ſollen / ſo were ſie in Warheit ein gierdt vnd Kron der Graffſchafft Erbach / eine getreuwe d i Mutter
Druckschrift
Ein christliche Leich-Predigt, bey der offentlichen Begangnuß vber dem seligen Abschied auß diesem Leben, Weilandt der Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürstin vnd Frawe, Frawen Christinæ, geborne[n] Landtgräffin zu Hessen, Gräffin zu Erbach, [et]c. Deß Wolgebornen Herrn, Herrn Friderici Magni, Graffen zu Erbach, vnnd Herrn zu Breuberg [et]c. gewesener Ehegemahlin, Christseliger Gedächtnuß : welche den 26. Martij, des Morgens frühe, vmb 5. Uhr zu Erbach im Herren Christo seliglich entschlaffen vnnd folgends den 5. Apr. zu Michelstatt Christlich zur Erden ist bestattet worden: Jm Jahr Christi 1596 : gehalten zu Darmstadt in der Pfarrkirchen / durch M. Iohannem Angelum, Superintendenten vnd Pfarrherrn daselbsten
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