Ein Chriſtliche Leichpredigt. in der weiten Welt /nur eytel Leimen Gruben ſeynd / gegen dieſe zu rechnen. Wenn nun hie die Gol Gaͤnge zu dieſem Schatz werden auffgegraben ⸗ durch die Prediger Goͤttliches Worts / vnnd der Schatz gezeiget wirdt / ſo ſollen alle Chriſtliche Himmliſche Schätzſamler nit faul ſeyn: ſondern ſollen weidlich vnd froͤlich mit beyden Haͤnden zugreiffen vnd eynſam̃len. Nit aber allein in die Ohren / daß ſie es allein bloßlich hoͤren: auch nit allein in Mundt vnd auff die Zungen / daß ſie viel darvon ſchwatzen vnnd plaudern koͤnnen (wie alle Maul Chriſten mit Worten viel wiſſen darvon ruhmen / da doch nichts darhinder)ſonder durch rechten waren Glauben in deß Hertzens Schrein / vnndin vnſere Seele / daß wirs in einem reinen feinen Hertzen ſaͤuberlich bewaren /Luc. n. Ey was ſeynd dann dieſe Himmliſche Schatzeꝰ ſprichſtu:Es iſts / Liebe Glaubige / vnſer Herr Jeſus Chriſtus mit ſeinem Heyligen ſeligmachen⸗ den Euangelio: dann er iſt das rechte / einige / ewige Häuptgut der gantzen Chriſtenheit / der allgemeine himmliſche Haͤuptſchatzkein edler/troſtlicher / heuerer koͤſtlicher wichtiger / gultiger /heyliger Schatziſt im Himmel vnd auff Erden ſonſt anzutreffen. Dieſem him̃liſchen Schatz ſeynd nachgezogen / durch Anleytung deß eyligen Geiſtes / vnd deß neuwen Wunderſterns / die Weiſen auß Mor⸗ enlandtetliche hundert Weil Wegs / mit Gefahr Leibs vnd Lebens / biß Marth. 2. nns Juͤdiſche Landt. Vndehe wir auch dieſes Schatzes entberen vnd ent⸗ whten ſolten / ehe wolten wir alles auff dieſer Welt verkauffen vnd bege⸗ Matth. 8 hen /Matth.iʒ. Die Epiſtel zun Hebreern zeuget von Moſe / dem Mann Gottes / daß Mebr n. rx die Schmach Chriſti fuͤr groͤſſern Reichthumb geachtethabe / dann alle Schte Egypti: dann er hab angeſehen die Belohnung. Ja er hette ehe zchen Koͤniareichohn alles Bedencken hingeworffen / ehe er Chriſtum / die⸗ in hohen him̃liſchen Schatz /hette ſollen verlaſſen. Darumb ſo ſollen auch wir vns darvmb reiſſen: damit wir ſein moͤ⸗ venin vnſerm ewigen Heyl theilhafftig werden. Das Euangelium leidet Gewalt (ſpricht vnſer Schat) vnd die Gewalt thun /die reiſſen es zu ſich. Matth 1 Vnd ʒwar welche dieſen Scchat bekommen / die ſeynd reicher vnd ſeli⸗ ger als alle Keyſer vnd Konige auff Erden jemals geweſen (die Chriſtum 3 6 nicht gehabt) dann ſie ſind reichin Sott/duc.ia in Chriſto Jeſu / weicher iſi ales in allein / Epheſ1. Coleſʒ. e iij Es
Druckschrift
Ein christliche Leich-Predigt, bey der offentlichen Begangnuß vber dem seligen Abschied auß diesem Leben, Weilandt der Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürstin vnd Frawe, Frawen Christinæ, geborne[n] Landtgräffin zu Hessen, Gräffin zu Erbach, [et]c. Deß Wolgebornen Herrn, Herrn Friderici Magni, Graffen zu Erbach, vnnd Herrn zu Breuberg [et]c. gewesener Ehegemahlin, Christseliger Gedächtnuß : welche den 26. Martij, des Morgens frühe, vmb 5. Uhr zu Erbach im Herren Christo seliglich entschlaffen vnnd folgends den 5. Apr. zu Michelstatt Christlich zur Erden ist bestattet worden: Jm Jahr Christi 1596 : gehalten zu Darmstadt in der Pfarrkirchen / durch M. Iohannem Angelum, Superintendenten vnd Pfarrherrn daselbsten
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