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Ein christliche Leich-Predigt, bey der offentlichen Begangnuß vber dem seligen Abschied auß diesem Leben, Weilandt der Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürstin vnd Frawe, Frawen Christinæ, geborne[n] Landtgräffin zu Hessen, Gräffin zu Erbach, [et]c. Deß Wolgebornen Herrn, Herrn Friderici Magni, Graffen zu Erbach, vnnd Herrn zu Breuberg [et]c. gewesener Ehegemahlin, Christseliger Gedächtnuß : welche den 26. Martij, des Morgens frühe, vmb 5. Uhr zu Erbach im Herren Christo seliglich entschlaffen vnnd folgends den 5. Apr. zu Michelstatt Christlich zur Erden ist bestattet worden: Jm Jahr Christi 1596 : gehalten zu Darmstadt in der Pfarrkirchen / durch M. Iohannem Angelum, Superintendenten vnd Pfarrherrn daselbsten
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Ein Cßriſtliche Leichpredigt.

polche loſe leichte Freunde in der Noht / deren mehr als tauſendt gehn auff in Loth. Der Keyſer Seuerus da er jetz in Britannia zu Eborae ſterben ſolte /

nd den Todtfůr Augen ſahe ſo fuhret er dieſe Klage vber alle ſeine Schã⸗ e wdn keienn 1 e Ane ek: Ich bin alles geweſen in der Pzon. Welt /vnd hilfft mir jett nichts nicht. Publius Aelius Hadrianus der fur⸗ effiiche gelehrte Keyſer /der dem Keyſer Traianoim Reich nachgefolget / berfuhrt kurt fur ſeinem Ende / dieſe jammerliche Klage zu ſeiner armen werlaſſenen Seel Animula vagula, blandula, hoſpes com esq;ʒ corpo- vide Chro- mis, quæ nunc abibis in loca ? Ach du jrriges / vnruhiges / holdtſeliges nic. Philip. eelche/du liebes Saͤſtlein vnd Geltsfreundlche wo jeßt vnd nun hinauß⸗ Schet liehen Chriſten der kurz zuvor ſo viel Reichſtätt / Schlöſſer Feſtun⸗ Peſichere Oerter vnd Clauſen gehabt / der weiß jett nicht ein einiges Platz⸗ u lin für ſein arme Seele: Hie iſt kein Troſt / hie iſt kein Raht / hie iſt kein uſ beyallen ſeinen Keyſerlichen Schäten. Man ſagt ſonſt wol im Sprichwort / becuniæ obediunt omnia, 4ele bezwingt die Welt aber es dienet vnd hifffet offt nicht wider ein Au⸗ wehethumb Ja es ſtillet vnd zwinget nicht ein Zaanwehethumb: da⸗ it ich anderer ſchwehrer Schwachheiten vnd hohen Noͤhten geſchweige.

Es erquicket vnd krafftiget auch den Menſchen nicht zum allerweni ſten / ungersnoͤhten. Imm Jahr Chriſtitzſo. hat der groſſe Tartar onig an mit groſſer Macht die Statt Suſa belägert: darinn ein Thurn / ſo weller Goldts/ Silbers / Edelgeſtein vnd anderer koͤſtlicher Kleinoter war. Dieweil nun Caliphus der Saracenen Oberſter in dieſer Statt / dieſen hurn nit angreiffen /noch den Schat außtheilen wolte vnter die Kriegs⸗ i teſo jhm die Statt halffen beſchůtzen / ſo hat endtlich der Tartar Konig / 1 Statt erobert / vndhat den Caliphum in dieſen Thurn zum Schatz

bfangen gelegt / vnd jhm weder Eſſen noch Trincken folgen laſſen / mit uſen Worten:Hetteſtu Ebentheuwerer dieſen Schatz nicht mit ſolchem vide co- 6 eit behalten, ſondern vnter die Oberſten / Hauptleut vnd Soldaten ſmogra ßgetheiler ſo hetteſtu dich vnd die ganze Statt ſalutren fönnen. Wolan pan kbe nun jezt wol von dieſem deinem Schat / der dir ſo lieb geweſen iſt/ vnlten (ſiſſ und ſauffe darvon. Vnd har alſo der elende Menſch / mitten im Goldt ndSilber / vnter den Edelgeſteinen vnd Kleinotern / Hungers ſterben 6nüſſen. Hie gibt jhm ſein Freund· Mammon /nicht den geringſten Troſt / c nicht