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Ein christliche Leich-Predigt, bey der offentlichen Begangnuß vber dem seligen Abschied auß diesem Leben, Weilandt der Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürstin vnd Frawe, Frawen Christinæ, geborne[n] Landtgräffin zu Hessen, Gräffin zu Erbach, [et]c. Deß Wolgebornen Herrn, Herrn Friderici Magni, Graffen zu Erbach, vnnd Herrn zu Breuberg [et]c. gewesener Ehegemahlin, Christseliger Gedächtnuß : welche den 26. Martij, des Morgens frühe, vmb 5. Uhr zu Erbach im Herren Christo seliglich entschlaffen vnnd folgends den 5. Apr. zu Michelstatt Christlich zur Erden ist bestattet worden: Jm Jahr Christi 1596 : gehalten zu Darmstadt in der Pfarrkirchen / durch M. Iohannem Angelum, Superintendenten vnd Pfarrherrn daselbsten
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Pfal. 144.

Pſal. 39.

Ein Chriſtliche Leichpredigt.

daß ſie vns nit ſollen zu lieb feyn / daß wir ſie fuͤr vnſer hoͤchſtes Gut halten

wolten / vnſer Hoffnung Troſt darauff ſetzen / vnd ſie in vnſern Hertzen zum Abgott auffwerffen / Darumb ſo ſetzet er hinzu / Dann wo dein Schatz iſt / da iſt dein Hertz Wir ſollen kein Mam̃ons Diener ſeyn / daß wir vnſer Datum auff das Zeitlich wolten ſtellen / vnd deß Ewigen dabey vergeſſen:

daß wir das jrdiſche dem Himmliſchen / das kleine dem groſſen / das vnbe⸗

ſtendige dem beſtendigen wolten vorziehen: gleich wie der Gallus Fſopi- cus thut / der einem Gerſtenkorn nachlaufft / vnnd das Edelgeſtein liegen lãſt. Was Euangelium? (ſagen ſie) Was Gottes Wort/ Was Gottes Gnad Wz Him̃el vnd Seeligkeit?damit kan ich kein Suppen ſchmeltzen / keinen Koͤhl fett machen / darauff wurde mir die Welt nit einen Creutzer borgen / viel weniger kan ich die Schuldt damit bezahlen.

Vndzwar / ſo ſeyndt derſelbigen jrrdiſchen Weltlichen Schaͤtzſam̃ler

ſehr viel vnnd mancherley Geſchlechte: deren ich nur etliche erzehlen wil. Erliche trachten nach hoher groſſer Gewalt: vnd diß iſt jhr Schatz darauff jhr Hertz geſtellet. Etliche ſtehen nach groſſer Ehr vnd Herrligkeit / vnd di iſt jhr Schat / darauff ſie gentzlich ihr Hertz ſchlagen. Etliche dencken na viel Wein vnnd Korn / daß jhre Kammern voll ſeyen / vnnd ein Vorrath nach dem andetn koͤnnen herauß geben: Dieſes iſt jhr Schatz / daran jhr Hertz hanget. Etliche trachten nach koſtlicher hoffertiger / raͤchtiger Kley⸗ dung: diß iſt jhr Schatz / vnd in ſolchem Schatz ruhet jhr Hertz. Etliche ſu⸗ chen rotes Goldt vnd Silber / daß jhnen ſolches haͤuffis moͤg zufallen· das iſt jhr Schatz vnd jhr Hertz. Etlichen iſt nur angelegen langwirige gule Geſundtheit das iſt jhr Schat / darauff das Hert verbichet. Etliche ſeynd in Weltlichen Freuden vnd Wolluſten erſoffen: daiſt Schatz vnd Heri in einander verwickelt Erliche aber haben Luſt zu ſchoͤnen groſſen /luſtigen Haͤuſern / vnnd diß iſt jhr Schatz / darnachſieim Herten ſinnen vnnd ringen.

8 Wiewol nun dieſe Schatzſam̃ler alleſampt ſich fůͤr die klugſte vnnd glůckſeligſte eut in dieſer Welt halten / wenn ſie eben das jenige erlangen / wasjhr Hert einig vnd allein ſuchet: jedoch ſo ſeynd ſie in hoͤchſter Warheit rechte vnfelige vnd thorichte Leut. Dann diß jhr Thun iſt eytel Thorheit/

richt der H. Geiſt / Pſal. 49. 6 Deſſen aber ſeynd vier vornehm / hochwichtige Vrſachen darauff S.

woͤlle gute Achtung geben.

Erſtlich⸗