zu Ortenburg. 49
Aber in dieſen allen hat jihm Goet dieſe gnade gegeben / daß er bey hohen Perſonen / vnd fuͤrnemen gelehrten Leuten / we⸗ gen ſeiner furtrefflichen gaben / Gotrſeligkeit / beſtendigkeit ⸗ auffrichtigkeit /ſonderlich bekand / hoch geehꝛet lieb vnd wert gehalten worden: Alſo daß er daſſelbe / was er auff einer ſeittẽ verloren / auff der andern reichlichen wider funden / vnnd be⸗
kommen hat.
In ſeiner Kranckheit hat ſich dieſer fromme HErꝛ alſo erzeiget / das man ſonderlich Gottſeligkett vnd wahren Glau⸗ ben an jhm hat ſpuͤren koͤnnen / dann er gern von G D Ttes Worthat horen reden / vnd ſonderlich die Pſalmen Davids ⸗ nicht allein bey Tag / ſondern auch bey Nacht / da er nicht ſchlaffen koͤnnen / begeret jhme furzuleſen / vnnd vnter andern den 3.6. 23. 27. 27. 31.42.43.71.71.73.90. 91.103. 130. Vnd andere mehr / welche jhre Gnaden außwendig gewuſt: Neben denſelben dʒ Gebet? Her: Jeſu Chriſt wahr Menſch vnnd GOtt/ ꝛc. Vnd noch drey lateiniſche Gebet/eines fuͤr Gottſelige Alte Leute: Vnnd noch zwey in trubſal / vnnd
ſchwerer Kranckheit / zu welchen jhre Gnaden ſonderliche Luſt gehabet / vnd damit hezeuget / daß er auff G D T TDden HErimn / der jhn auß Mutter Leib gezogen / vnnd ſeine zuver⸗ ſicht von der Mutter Bruͤſten geweſen / vertrawen / er wer⸗ de jhn nicht verlaſſen / ſondern im Alter vnd Kranckheit / mit gedult vnnd linderung deß Creutzes / biß ans Ende ethalten / daß / wann der Mund vnnd die zunge nimmer reden kan / das Verz doch beſfendig ruffen moͤge: HErꝛin deine Haͤnde be⸗
fehlich meinen Geift.
Vnter andern hat et gebeelen / vnd fur ſich ʒubetten be⸗ zeret / dah er von dem lieben G Dtt bey gutter vernunfft biß an das ſelige Ende erhalten werden mochte. Vnter an⸗
ern Spruͤchen Götiliches Worts / damit er ſich erquicket /
ind dieſe Wort Pault: Chriſtus iſt mein Leben / vnnd Ster⸗
ben iſt mein Gewin: Die er gar offt im Deutſch / vnd die fol⸗ G gende;
Philip 1.


