Zum vierden / ob ſie ſchon von jederman / auch von den beſien Freunden in jhrem vnglůck verlaſſen werden / das es jhnen gehet / wie der Poet ſaget:
Donec eris felix, multos numerabis amicos, Tempora ſi fuerint nubila, ſolus eris.
Vnd wie Lutherus bey dem o. Capittel Syrachs ſetzet Freund in der not / gehen ⁊5. auff ein loth / Sols aber ein harter ſtandt ſein / ſo gehen jhr vo. auff ein quintlein. So wil doch Gott der allmechtige bey jhnen in der Not ſein. Wie kan man aber ſolches wiſſen / fraget der alte Lehrer Bernhardus / das er bey vns in der Not ſey?
Darauff antwortet er alſo: Ex eo vtiqʒ, quòd in ipſa tribulatione nos ſumus. Quis enim fuſtineret, quis ſubſiſteret, quis perſiſteret in ea? Daraus wiſſen wir es gewies / dieweil wir in der not ſind / Denn wer koͤnte es ſonſt ertragen vnd darinnen beſtehen?
Es iſt ſonſten einem ein groſſer troſt / wenn er einen geſellen bey ſich in der not hat / wie man ſagt: Solamen miſeris ſocios habuiſſe malorum, ſo doch ſolcher Ge⸗ ſell einem / wie auch jhm ſelbſten offt nicht helffen kan ⸗ Wie viel mehr iſt es troͤſtlich / das wir an vnſerm lieben Gott einen ſocium ærumnarum haben / vnd darzu ei⸗ nen ſolchen / der vns daraus erretten wil / wie er vns ſol⸗ che huͤlffe nicht allein hie in dieſem Teyt / ſondern auch
im Propheten Eſaia mit ſehr troſtreichen worten ver⸗ xg. 36
ſpricht: Fuͤrchte dich nicht / Ich bin mit dir / weiche nicht / denn ich bin dein Gott / Ich ſtercke dich / ich heiffe dir auch / Ich erhalte dich / durch die rechte Hand meiner Gerechtigkeit. Vnd im 43. Capittel ſagt er: Fuͤrchte dich nicht / ich habe dich erloͤſet / Ich habe dich bey dei⸗ nem Namen geruffen / du biſt mein. Denn ſo du durch
Waſſer geheſt / wil ich bey dir ſein / das dich die Stroͤme 3n Eij nicht


