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Christliche Predigt, Bey dem Begrebnis der Erbarn vnnd Tugentsamen Frawen Barbara Hewerin, weiland des Erbarn vnnd Achtbarn Herrn Johan Heinrich Hewers, Chur vn[d] Fürstlichen Sächsischen gewesenen AmptSchultheissen zu Suhla, hinterlassenen Widtwin : Anno 1599. den 13. Januarij, aus den letzten dreyen Versen des 91. Psalms gehalten / Durch M. Christophorum Schadium, Pfarrherrn zu Suhla
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Pſal. 34. 2. Cor. 7

Prolper.

gnugſam zu verſtehen / dieweil ſie aus derſelben ſollen

errettet werden. Es ſind multæ tribulationes iuſto⸗

rum, ſagt der heilige Dauid/ da ſind ſie allenthalben in

trubſal / auswendig ſtreit / inwendig furcht / vnd heiſi

wie Proſper ſagt:

Nunquam pella pijs, nunquam diſcrimina deſunt, Pt qui cum certet mens pia ſemper habet.

Fůrnemlich aber macht ſich an fromme gottfurch⸗ tige Menſchen / als derſelben Widerſacher / der Teuffel / damit er ſie vff mancherley weiſe / als der venVerðlæles. cui nominia mille, mille nocendi artes, in not vnd ge⸗ fahr ſtuͤrte / da leget er garn vnd ſtricke / braucht arge liſt⸗ daher er auch der Jaͤger oder ogler im dritten Vers dieſes Pſalms genennt wird. Es můſſen auch ofſtmals fromme Chriſten vielfeltige Leibs beſchwerung vnnd groſſe gefehrliche Kranckheiten erfahren / daraus jhnen von keinem Menſchen kan geholffen werden / Vnd ob wol gottfurchtige getrewe Medici allen muglichen fleis anwenden / das dem Patienten moͤge geholffen werden wil es doch bißweilen nicht ſein / die Kranckheit iſt zu gros / darumb ſagt der Poet:

Non eſt in medico ſemper, releuetur vt æger⸗

Interdum docta pjus valet arte malum.

Das iſt / Es ſtehet nicht allzeit beim Artzte / das der Krancke wider auffkomme / es iſt die kranckheit bißwei⸗ len zu gros / das ſie der Artzt mit ſeiner kunſi nicht ver⸗ treiben kan. Wie denn etliche Kranckheiten gar vnheil⸗ ſam ſind / Als Zipperlein / Waſſerſucht / febris quar⸗ tana, &c. daher ſagt man: Tollere nodofam neſcit medicina podagram,

Nec formidatis auxiliatur aquis.