S. Pauli/ Rom.) 3. Vom erſten Stuͤck. 1
S hebt der heilige Apoſtel Paulus / 5 Geliebte im HErrn Chriſio / indieſem ſpruch
alſe an / vnd ſpricht: Vnſer keiner lebt jhm —
3 ſelber / vnnd keiner ſiirbet jhm ſelber. iebeeim
Schleuſſt alſo der liebe Paulus zugleich in gemein alle ſve
Menſchen zuſammen keinen ausgenommen / Auff das
nicht jrgend einer dencken ſoll / wenn es jm wol gehet / Er
habe ſeine Kunſt vnnd gaben von ſich ſelbſt / Vnd wide⸗ tumb / das auch keiner wenns jm vbel gehet / verzage vnd
verzweiffele. Denn das iſt gewis vnd warhafftig / wie
felchs nicht allein die erfahrung bezeuget ſondern Got⸗
tes Wort klerlich anmeldet / das des Menſchen Hertze
ein trotzig vnd verzagt ding iſt / Wie der Prophet Jere⸗
mias am )7. Capitel/ V. bezeuget. Er gehet entweder dahin / verleſt ſich auff ſich ſelbſt / iſt oder wirdt trotzig / 1 7
prechtig / ſtolz vnd frefel / oder wird zaghafftig / zweiffelt
vnd mag jm ſelbſt nit helffen noch rathe. Mancher wird
abtrunnig von Gott / vetleſt ſich mehr auff Menſchen vᷣomoth⸗
güſt / alß Goties Hulde vnd Gnade:Ein ander ſihet auff 8
Ankunfft / Ampt / Macht oder Gewalt. Ein ander auff ebu⸗
zeitlich Gut/ Gelt oder guten Reichthumb oder verleſtxa ſich auff eigene Weisheit / Schoͤnheit vnnd dergleichen/ gedemd⸗
Leſſet kaum den Neheſten neben ſich her gehen / Oder wo iet⸗
er nit meht kan / redet er jm ſelber vbel nach / vnd ſihet jhn
ſcheel an / wie wir ſolcher eigẽtlicht hoffart:ſtoltz vñ ver⸗ meſſtheit/ein erẽpel am Soͤnig Nebucadurzar habẽ: Der
Konig Neburadnejat hattevolauffan allẽ ortẽ / meint e
wert reich vñ ſelig es koͤndte jm nichts maͤgeln · Derumb tnh vberhebet


