Shriſiliche Leichpredigt
ein wenig jnnen halten / vund bedencken / Warumb bnſer Gott die frommen ond gottſeligen ſo wol leſſet dahin ſter⸗ ben / alo eben die gottloſen Nemlichen / wegen der Suͤn⸗ den. Denn ob jhnen gleich jhre Saͤnde durch Chriſtum vergeben / vnd mit Chriſti Snadenmantel zu gedecket / Soſind ſie dennoch nicht Sngelrein / ſondern ſind boller ſchwachheit vnd gebrechen / vnd haben noch jmmerdar mit der Suͤnde zu kempffen vnd zu ſtreiten / ſo lang ſie in der jerdiſchen Buͤtten wohnen. Billich vnnd mit wahrem grund heiſt es bey jhnen / Rom. s. Nulla condemna- tio. &c. Goiſt nichts berdamlichs an denen / die in Chri⸗ ſto Jeſu find. Vichts deſto weniger mus an jhnen erfuͤl⸗ let werden hWoſis Trawerliedlein / Pſal. ↄo. Das macht dein ʒorn daſs wir ſo ber gehen / vnd dein grim daſs wir ſo plotzlich dahin můͤſſen. Denn vnſer Wiſſethat ſtelleſt du fuͤr dich / vnſere vnerkandte Suͤnde ins Eiecht fuͤr deinem Angeſicht. Darumb fahren all vnſere Tage dahin durch deinen zorn / wir bringen bnſere jar zu wie ein geſchwetz.
1 I. Pernet wie Gott ein abgeſagter feind der Suͤn⸗ den ſey / der auch vmb der ſůͤnden willen ſeiner glaͤubigen nicht verſchonet / Sondern Pantʒerfeget ſie wol / vnd leſ⸗ ſet ſie ſterben / zu ſtaub vnd aſchen werden.
Berfehret nu der liebe Hott mit ſeinen Kindern ſo ſcharff vnd ſo ernſtlich / wie wird er wol mit allen vnbus⸗ fertigen ſuͤndern bnd hellenbraͤnden haushaltẽ? Creilich wird jnen begegnen die langſt geſchehene draͤwung / Pfal. 7. Das ſie werden muͤſſen die hefen ausſauffen Item /


