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Eine Christliche Leichpredigt, Bey der traurigen Gräfflichen Begräbniß, Des Wolgebornen vnd Edlen Herren, Herren Wilhelms, der Vier Graffen des Reichs, Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnstein, Herrn zu Arnstadt, Sondershausen, Leuttenberg, Lohra vnd Clettenberg, Christmilder vnd seliger Gedächtnis : Welcher den 30. Septemb. Anno 98. zwischen 12. vnd 1. Vhr in der Nacht, auffm Straußberge im Herren friedlich vnd selig entschlaffen, vnd den 6. Nouemb. in der vnter new erbawten Pfarrkirchen zu Franckenhausen Christlich vnd solenniter zur Erden bestattet worden : Aus dem 77. Psalm, Jn öffentlicher trauriger versamlung gehalten / Durch Erasmum Rhotmalerum Ilfeldensem, Mitdienern am Wort Gottes daselbst
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Leichpredigt · diligit Dominueum etigat; Das iſt / welchen der Hedlicb hat/den ſtraffet er.

Darauff S. G. geruhet vnd ſtill geweſen biß gegen Abendt / da hat dieſelbe ein Weinſůplein ju jhr genommen / dauon die Vmbſichen⸗ den Hoffnung geſchöpfft/es ſolte kein Noth haben.

Weil aber S. G. wegen der laugen Schmerten vmbↄ Vhr wider etwas matt worden / haben ſie begeret von den Vmbſtehenden / ein Vater Vnſer mit jhr zu beten / als ſolchs geſchehen / iſt S. G. den Anweſenden vnter den Haͤnden in einer Ohmacht alle erkaltet / da alß⸗ bald der Apotecker mit warmen Tuͤchern vnd reiben angehalten / biß S. G. wider zu ſich ſelber kom̃en / da ſie ſich denn alßbald vieler Sprů⸗ che erjnnert / Als Johan. z. Alſo hat Gott die Weltgeliebet /?. Johan. n. Ich bin die Aufferſtehung vnd das Leben / 7. Jehan. 2. Warlich ich ſage euch / wer mein WOrt helt /. Fehan. 10. Meine Schaafe hören meine Stimme / vnnd ſie folgen mir / vnd ich kenne ſie / vnd gebe jnen das ewige Leben. Eſa. 49. Sihe in meine Hande habe ich dich gezeichnet. Item Eſa. z6. Gehe hin mein Volck in eine Kammer / vnd ſchleuß die Thuͤr nach dir zu / verbirge dich ein klein Augenblick / biß der Zorn fur vber gehet /7 Welchen Spruch S G. erſt latemniſch zn recitiren angefangen /hernacher vollend dentſch außge⸗ bett/ Vnd Phil. 1. Es liget mir beides hart an / imFleiſch oder

auſſer dem Fleiſch zu leben / du Hgrt weiſt was mir ambe⸗ ſten iſt / dein Wille geſchehe / habe ich guts empfangen (Wel⸗ che Wort S. G. zworn auch / vnd ſonſten offt im Munde gefůhret) warumb ſolte ich das boͤſe nicht auch annemen / der HERR hats gegeben / der HœRN hats genommen / . Hat ſich auch mit lachendem Munde zu dem Apotecker gewand / vnd zu jhm geſagt / wie ward mir ſo wol / kondtet jhr mich nicht laſſen ruhen / Ich habe ſo wol geſchlaffen / vnd war ſchon nicht mehr in dieſer Welt / ob wol S. S. nicht geſchlaffen hatten. Darauff der Apoteeker S. G. viel ſcho⸗

ner Spruͤche erjnnert / welche S. G. dem Apotecker auß dem Munde

genommun / vnd ſelbſt erichlet/Als 1.Joh. 1. Das Blut /c· Rem. 2. Wer

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