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Eine Christliche Leichpredigt, Bey der traurigen Gräfflichen Begräbniß, Des Wolgebornen vnd Edlen Herren, Herren Wilhelms, der Vier Graffen des Reichs, Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnstein, Herrn zu Arnstadt, Sondershausen, Leuttenberg, Lohra vnd Clettenberg, Christmilder vnd seliger Gedächtnis : Welcher den 30. Septemb. Anno 98. zwischen 12. vnd 1. Vhr in der Nacht, auffm Straußberge im Herren friedlich vnd selig entschlaffen, vnd den 6. Nouemb. in der vnter new erbawten Pfarrkirchen zu Franckenhausen Christlich vnd solenniter zur Erden bestattet worden : Aus dem 77. Psalm, Jn öffentlicher trauriger versamlung gehalten / Durch Erasmum Rhotmalerum Ilfeldensem, Mitdienern am Wort Gottes daselbst
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dl iſt erzehlet worden / gehoret nur zu dieſein Leben / vnd bleibet drin⸗ nen. Darumb laſt vns ſchleßlichen auch achtung geben / aufſ den Ab⸗ ſchied dieſes vnſers keben verſtorbenen Herren / vnd Landes Vatern/ Chriſtmilder vnd wolloblicher Gedãchtnis / denn ſolch Stuck/welches fur das vornembſte S. G. Curriculi rit ſoll geacht werden/ gehoͤret auch zu jenem Leben / dieweit des Menſchen Todt ſein Juͤngſter Tag it / wer da im Glauben an Chriſtum abſiurbet / der koͤmpt nicht ins Ge⸗ richte / ſondern iſt vom Tode zum Loben hindurch gedrungen / Joh. j. Damit verhelt es ſich nun kurtzlichen alſo.

Nach dem S. G. ſich faſt ein gantzes Jahr anſſerhalb jhrer Herrſchafft enthalten můſſen / wegen der betrubten Sterbenszeit / dar⸗ uͤber S. G. offt geklagt / haben S. G. entlichen zu den jhrigen zu zichen gros verlangen gehabt / wie etliche S. G. Schreiben außweiſen Sins derhalben den 23. Septemb. von Rudelſtadt auffgebrochen / vnd wider nach Hauß geeilet.

Es haben aber S. G ſich den Zag uvorn erſt mit Gott verſoh⸗ net / vnd foͤrder den ⁊. Septemb. auff dem Stranßbera in S. G. Be⸗ hauſung antommen / wie ſich aber S. G. etwas vnpaßlich befunden / haben dieſelben den Heff Apotecker Daniel Lindeman/ ſowol auch KM. V vendelium Thall Medicum⸗ den 29. Septemb. zuſich fordern laſ⸗ ſer / da S. G etliche medicamenta ſo viel ſich hat leiden wollen / adhibi- ret worden: dahero man jmmer der Beſſerung gehoffet. Als aber ae⸗ dachter M. Lhall zu S. G. in die Kammer kommen/ haben hm S. G. die Handt geboten vnd geſagt: GOtt der Akmaͤchtige hat mich mit Leibes Schwachheit angegriffen / wil aber dem lieben GOtt ſtul halten / dann da ich von dem lieben GOtt das qute empfanaen / war⸗ umb ſolte ich das boſe auch nicht annemen? Auß welcher Rede zuſpů⸗

ren / daß ſich deſer vnſer anediger Herr/c. alsbald mit warer Gedult dem gnedigen Willen GOttes vntergeben. Nach dieſem iſt bey S. G mit Labſalen zur Qnckung angehalten worden / vnd als das Reiſ⸗ ſen vnd die Schmerzen im Leibe ſich wider erregt / haben S. G. jhre Betbuͤcher herfur reichen laſſen / vnd begeret mit den Vmbſtehenden zu beten / da dann S. G. ſelber auß des Habermans Betbuͤchtem die Gebetlein / ſo vor Krancie geſtellet / mit groſſem Eiver vukAndacht

geleſen /

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