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Eine Christliche Leichpredigt, Bey der traurigen Gräfflichen Begräbniß, Des Wolgebornen vnd Edlen Herren, Herren Wilhelms, der Vier Graffen des Reichs, Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnstein, Herrn zu Arnstadt, Sondershausen, Leuttenberg, Lohra vnd Clettenberg, Christmilder vnd seliger Gedächtnis : Welcher den 30. Septemb. Anno 98. zwischen 12. vnd 1. Vhr in der Nacht, auffm Straußberge im Herren friedlich vnd selig entschlaffen, vnd den 6. Nouemb. in der vnter new erbawten Pfarrkirchen zu Franckenhausen Christlich vnd solenniter zur Erden bestattet worden : Aus dem 77. Psalm, Jn öffentlicher trauriger versamlung gehalten / Durch Erasmum Rhotmalerum Ilfeldensem, Mitdienern am Wort Gottes daselbst
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Leichpredigt. 33 gnedlge GOtt S. S. das Leben / wie wir ʒwar alle bedurfft/ ſenger ge⸗ friſtet / dieſelbe hetten es ferner an jhrer Beforderung nucht erwinden laſſen / vngeacht des groſſen Vndancks den S. G. dißfals von vielen

hat ſpuren müſſen. GOtt der He / der ein Vergelter iſi/alles was

man zu ſeinen Ehren / vnd zu Verrichtung des Gottesdienſt thut / er⸗ wecke andere Chriſten Hertzen / die ſich dieſes Kirchenbawes wetter mit ernſt annemen / damit er vollend / Gott u Ehren / vnd vns ſelbſten zum beſten hnnauß gefuhret werde.

Was ſeiner S. Regierung betrifft /ſind jhr G in derſelben ſorg⸗ feltig geweſen / nach der Regel S. Pauli/ Rom. 1⁊. Regieret jemand ſo ſey er ſorgfeltig vndfleiſsig.

Denn erſtlich haben S. G. dahin geſchen / daß die Vntertha⸗ nen zur Vngebühr / mut Dienſten / Stewren vnd Schatungen nicht vberſeget werden moͤchten. Iſt Zhewrung mit eingefallen / haben S. G. die Kornboͤden auffgethan / vnd allzeit das Getreidich den Vnter⸗ chanen auff borg nehet / als es auffm Marck vmb bar Geldt verkaufft worden / u kommen laſſen ·

Es haben S. S auch menniglich gehort / vnd nach Gelegenheir fůr ſich gelaſſen / Ja jederman die luſtitien mitgetheilet/ auch die Raͤhte embſig vermanet/menniglich die Billigkeit widerfahren zu laſſen.

Sind wichtige Handel im Geiſtlichen vnd Weltlichem Regi⸗ ment furgefallen / ſo ſᷣnd S. G· ſelbſt mnt in die Canzeley zu Raht ge⸗ gangen / vnd als eine Gottfürchtige Chriſtliche Obrigkeit fleiſoig ge⸗ forſchet vnd gerahtſchlaget / wie ſie mochten alſo troͤrtert werden / das Glaub vnd gut Gewiſſen behalten wůrden.

In peinlichen Sachen/ſind S. G. nicht Blutgierig geweſen/ ſondern haben ſich der Sachen beſchaffenheit mit fleiß erkundiget / vnd damit nicht z geſchwinde gefahren / auff daß dartun nicht moͤcht ver⸗ ſtoſſen werden / vnd das ſonderlichen zumercken/ hat S G. mit den armen Suͤndern groß Mitleiden getragen / auch offt zu den Raͤthen geſagt/ wenn jemand hat ſollen am Leib oder Leben geſtrafft werden / deß S. G. lieber etwas anders thun / als ſolch Werck ergehen laſſen wol⸗ ten / wenn nicht S. G. GOtt ernſtlich befohlen / daß Vbel anß dem Wege zu raͤumen / Haben derwegen ſich vornemet Schoͤppenſtuͤele Ertendtnis i ſchweren fellen befiſſen/ auch zum oͤfftern des gelindeſte

E Vrtheil