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Eine Christliche Leichpredigt, Bey der traurigen Gräfflichen Begräbniß, Des Wolgebornen vnd Edlen Herren, Herren Wilhelms, der Vier Graffen des Reichs, Graffen zu Schwartzburg vnd Hohnstein, Herrn zu Arnstadt, Sondershausen, Leuttenberg, Lohra vnd Clettenberg, Christmilder vnd seliger Gedächtnis : Welcher den 30. Septemb. Anno 98. zwischen 12. vnd 1. Vhr in der Nacht, auffm Straußberge im Herren friedlich vnd selig entschlaffen, vnd den 6. Nouemb. in der vnter new erbawten Pfarrkirchen zu Franckenhausen Christlich vnd solenniter zur Erden bestattet worden : Aus dem 77. Psalm, Jn öffentlicher trauriger versamlung gehalten / Durch Erasmum Rhotmalerum Ilfeldensem, Mitdienern am Wort Gottes daselbst
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26 Leichpredigt.

Denn die Rechte Hand des Huchſten iſt nicht ein ſolch Glieb

an Gott den Heg / wie an vns leibliche Glieder/Armynd Bem /

Haͤnde vnd Fuſſe /ꝛc. geſchen worden: Es iſt auch nicht ein beſonder⸗ abgemeſſener / rãumlicher vnd vmbſchriebener Ort im Himm(l / vie

wir althier zur Rechten vnd zur Lincken ſtett vnd raum haben / nemen

vnd geben / ſondern iſt Gott ſelber / mit ſeiner vuendlichen krafft /macht

antieheſi. vnd gewalt/wie die Schrifft hin vnd wider gnugſam bezeuget / vnd wir Refutantur zur andern zeit weiter hieuen berichtet worden / welches wir wider etli⸗

p. che Ketzer vnd Schwermer alt vnd new behalten vnd mercken ſollen. . 1. Wider Alte: Denn es haben ſich in der Kirchen Chriſti

anipropomor- votzeiten grobe Ketzer herfůr gethan / welche man anthropomorphitas

phit⸗. genennet / die haben Gett dem Hedin Augen / Ohren / Mund / Haͤn⸗

de/Fuſſe vnd andere leibliche Glieder angedichtet / dieweil die Heiligt

Schrifft Gott dem Hend ſolche Gluedmaſſen zueignet: Aber ſol⸗

ches iſt vnrecht / vnd Gottes Wort / auch Gottes Natur zn wider/ als

der ſeiner Subſtantz vnd Eigenſchafft nach / ein geiſtliches / vnſichtba⸗

res vnd vnbegrerffliches weſen iſt. Goti iſt ein Geiſt ſagt der Hert

I4n. 4. Chriſtus Joan. 4. Derwegen hat er nicht Fleiſch vnd Bein/ wie wir haben Daß aber die Schrifft dem Ewigen / Vnſichtbaren Gotte ſol⸗

che Glieder zuetgnet / man auch denſelben in Menſchlicher Geſtalt

(wiewol ohn Aberglauben vnd Abgötterey) mahlet / das geſchicht per „nthropoßeiam wie man in Schulen lehret / ozer viel mehr per anthro- Abyorord- hopathiam /nicht daß Gott alſo geſtalt were / oder ſolche leibliche Glie⸗ fna Dei. der heite/ſondern vns zum beſten / daß wir an ſolchen Stuͤcken / ſeine cur Pes aßi. Weißheit/ Almacht /Freundliaken / Vaterliche Güte vnd Zrew / vnd Znentur mem andere ſeine weſentliche Lugenden vnd Eigenſchafften erkennen ſollen. bra humani Im Propheten Damel am 3. Capꝛ offenbarer ſich Gort der· Hmmii⸗ orport. ſche Vater ſelbſt in geſtalt eines Alten / ſo redet auch die Schrifft ſonſt von Gott alſo / wie wirs arme / ſchwache / gebrechliche Menſchen in die⸗

ſer verderbten Natur vernemen koͤnnen / vnd nimpt ein Bild vnd

Gleichnis von Menſchlichen Gliebern / als die Auaen gibt ſie GOtt⸗

vnd eianet ſie ihm zu / wei er alles ſihet / vnd in noͤthen ein gnediges Aug

auff vns hat / die Vhren / wen er alles hoͤret / vnd ſich gern ju vnſerm Ge⸗

bet netaet vnd kehret / das Hert / wej er ales forrſchet / vnd vns Väter⸗

lich liebet/die Pãnde vnd Irm / weil er müchtig iſt Wunder u thun

vnd zu heffen. 2. Wier

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