Druckschrift 
Christliche Leichpredigt, Bey dem Begräbnuß weiland deß Gestrengen, Edlen vnd Ehrnvesten, Melchior von Langenstein, genandt Guntzenrodts, Fürstlichen Würtzburgischen gewesenen Amptman zu Murstatt, vnd Burgkman zu Schrecksbach, [et]c. : Welcher im Herrn seliglichen entschlaffen Montags früe vmb 2. vhr, den 20. Martii jeztlauffenden 1592. Jahrs, vnd folgenden Donnerstag, welcher war der 24. iusdem, in der Krichen zu Schrecksbach ehrlich vnd Christlich zur Erden bestattet worden / Gehalten Durch Joannem Milnerum, Diener am Wort Gottes vnd Pfarrherrn daselbst, [Valentinus Schonerus, Rodolphus Goclenius, Hieron. Treutlerus]
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erforderts auch vnſer Glaub / die hriſiliche Liebe/vnd Gottſeligkeit.

Denn ja jre Leiber nit allein Wonungen gewe⸗ Gen. ſen ſindt den vernuͤnfftigen Scelen: Sondern auch Tempel vnd Luſthaͤuſer deß heiligen Geyſies / ja der Syhz. gantzen heiligen Breyfaltigkeit / welche Chriſtus tewer erkaufft / nit mit vergaͤnglichem Goldt oder Silber: Sondern mit ſeinemtewren Blut. Darumb ſie denn Ban . auch das rechte Heylthumb / vnd fur Gott teuwer vnd werth geachtet ſeyn / Sollen auch am Juͤngſten tag

wider aufferweckt werden zum ewigen Leben. Darum̃

auch Auguſtinus recht geſagt: Man ſoll die Coͤrper der verſtorbenen / bevor aber der gerechten / vnd glau⸗ bigen / nit verachten noch verwerffen / welche der heilige Geyſt als ſeine gefaͤß vnd werckzeuge zu allen guten ver Wwercken gebraucht hat. Vnds. Bernhardus der abte weetri. Kirchen Lehrer ſagt: Sitauri, cum mortuum tau: hieien inuencrint, plorant, mugiunt, d& quaſi quibuſdam debitis humanitatis obſequiis fra- terna funera proſcquuntur, quid debet homo homini⸗quem & ratio docet & trahit affectio? So die Ochſen vber einen Ochſen brůllen/ vndgleich eine wehklage fuͤhren / was ſoll denn ein Menſch dem andern nit thun? Denn ſolches die vernunfft lehret /

vnd die angeborne Lieb darzu treibet.

Daß