Druckschrift 
Christliche Leichenpredigt Vber dem Seligen Abschied, vnnd Begrebnis der Durchleuchtigen Hochgebornen Fürstin vnd Frawen, Frawen Dorotheen Susannen, Gebornen Pfaltzgräuin bey Rhein, Hertzogin zu Sachssen, Landgräuin in Düringen, vnd Marggräuin zu Meyße[n] Weiland des auch Durchleuchtigen, Hochgebornen Fürsten vnd Herrn, Herrn Johann Wilhelms, Hertzogen zu Sachssen, Christlicher Gedechtnis, nachgelassenen Wittwen : Gehalten zu Salfeldt den 6. Aprilis Anno Domini MDXCII. / Durch M. Johann Fladung Pfarrherrn vnd Superintendenten daselbst
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Es hat in J.. G. der heilige Geiſt ſeine Fruͤchte / als daiſt / ſiebe / frewde / friede / gedult / freundligkeit/ gůtigkeit/ glaube/ ſanfftmuth / keuſchheit / vnd andere C hriſtliche / Fuͤrſtliche Tu⸗ genten herrlich gewircket / vnd herfuͤr leuchten laſſen. Es hat jhr der fromme GOTT zweenejunge Herrn Sohne vnd ein Frewlein gegeben / vnnd an denſelbigen ſie frewde vnnd ehre erleben laſſen / da ſie dieſelbige mit Mutterlicher⸗ hertzlicher freude im Glauben / vnd in der Liebe bluͤent vnd wachſent geſe⸗ hen / Vnd ſonderlichen erlebet/ das vnſer gnedigſter Hertimach dem wunderbarlichen vnd vnerforſchlichen Rath Gottes/ zu. der Vormundtſchafft / vnd Adminiſtration der Chur Sachſen vrdentlichen beruffen / vnd zum Schutzherrn der betruͤbten vnd gedruckten Kirchen geſetzet worden.

Das iſt die rechte Hertzen freude / vnd die groſſe Gabe Gottes / wer ehre vnd frewde an ſeinen Kindern erlebet. Es hat jr der liebe Gott neben dem freudigen Geiſte / auch eine gelehrte heilſame Zunge gegebẽ / das ſie mit groſſe nut vnd wolgefallen lehren / troſten / ſtraffen / warnen vnd ermahnen koͤnnen / wie ſie dann auch ſolches trewlichen / biß an jhr letztes Ende gethan / da ſie ſonderlichen jhre Herrn Sohne zur Furcht Gottes / vnd beſtendigem Glauben muͤndlichen vnd ſchrifftlichen / Muͤtter⸗ lichen trewlich vnd ernſtlich ermahnet / Vnd ſonderlichen auch an jhrem Todt vnd Kreißbette / vnter andern an hohe Fuͤrſtli⸗ che Perſonen vnterſchiedliche / ſchoͤne⸗ außfuͤrliche Vermah⸗ nung zum rechten Glauben / vnd Fuͤrſtlichem Ampt abgehen laſſen / Wie ſolches koͤndte namhafftig gemacht werden / wann man nicht ſolte Koͤnige vnd Fuͤrſten Rath vnd heimligkeit ver⸗ ſchweigen / vnd gleichwol billich herrlich gepreiſet vnd offenba⸗ ret wird / weil es gewißlich Gottes Werck/ Tobi. )

Es hat ſie Gott jhre frewde vnd luſt an ihren Feinden / die ſie hoch betruͤbet / vnd bey Chut vnd Fuͤrſtlichen Perſonen verdacht gemacht / ſehen laſſen / Wie derſelbigen eines theils zur erkentnis jhrer Miſſethat kom̃en / die andern aber von dem gerechten Gott geſtraffet / vnd ein ende zum theil nit ſchrecken genommen / Pſal.37. 73. Welches auch eine groſſe Pe