111. Bon dem Koͤnigiſchen als des krancken Kin⸗ des Vater. Daruon ſol auff dis mal kurtzer vn⸗ terricht geſchehen / der Allmechtige guͤtige Gott vnd Vater vnſers HErrn Jeſu Chriſti / on wel⸗ ches Gnade wir nichts vermoͤgen / verleihe vns ſeinen heiligen Geiſt darzu / AMER
VomErſten Stuͤck.
Nd zum Erſien / was nu belanget des Koͤ⸗ nigiſchen Sohn / ſo am Fieber kranck gelegen / ſo ha
ben wir an demſelben einen Spiegel des elenden zu⸗ ſtandes Menſchlichen Lebens / das wir allerley kranckheit vnd plagen / auch endlich dem Tode / vnſerer Suͤnden hal⸗ ben / můſſen vnterworffen ſein. Denn obs gleich die böſe Welt nicht gleubet / das der Eifferige Gott ſo hefftig wid vnd vber alles Gottlos weſen zuͤrnet / ſo wil ers doch von ſeinen lieben / getrewenReichsgenoſſen erkand vnd bekand haben / vnd nu auch in jhnen noch viel hindſtelliger fleiſch⸗ licher ſicherheit iſt / dauon die Suͤnde / wie auffeinem Pol⸗ ſter / anhebt im Hertzen zu ſchlummern / dz man dieſelbe ge⸗ ring ſchetzig gnůg achtet / oder ſetzets mit Saul vn d Achab alles mit einander auffs leugnẽ vnd kleiſtern / ja man darff ſich noch wol darzu mit ſeiner vielfaltigen Boßheit vnnd geilheit weidlich kitzeln / wie die zu Sodoma vnd Gomor⸗ ra / welchs freilich die lenge in den Him̃el hinein ſteigt vnd ſchreiet / vnd allerhand Rache Straff mit hauffen Reiffen vnd Regen machet / als muß demnach vnſer getrewer Ba ter ſolcher Schlaffſucht gnediglich vorbeugen / vnd vnſer vnerkendte lauſchende Suͤnde nicht alleine durch ſeines Geſetzes


