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Flauij Josephi, des Hochberühmten Jüdischen Geschichtschreibers, Historien vnd Bücher : Von alten Jüdischen Geschichten, zwentzig, sambt eynem von seinem Leben : Vom Juedischen Krieg vnd der Statt Jerusalem, vnd des gantzen Lands zerstörung, siben : Von der Juden altem Herkommen wider Apionem Grammaticum, zwey : Von Meysterschafft der Vernunfft, vnd der Machabeer Marter, eyns / Alles auß dem Griechischen Exemplar, sam[m]t aller Bücher vnd Capitel Summarischer Inhalt, mit höchstem fleiß von newem verteutscht vnnd zugerichtet, darzu mit Biblischen Concordantzen, Jarrechnung, ordentlichem Register, vnd schönen Figuren, deßgleichen vorhin im Truck nie außgangen, gezieret [von Johannes Spreng, Zacharias Müntzer]
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Von meiſterſchafft der Vernunſſt⸗

Nach dem er auch ſeinen Leib alſo ſtuͤckweiß zertheilen/ vnnd die Blutstropffen auß ſeinen inn⸗ wendigen Gliedern herauß flieſſen ſahe/ auch jetzunder von dannen vuß dieſem Leben ſcheyhden wolte/ ſprach er: Du vermaledeyter Wuterich/ wir můſſen vmb der Gottlichen Lehrvnnd Tu⸗ un⸗ gend willen dieſe Pein von dir leyden/ auff dich aber wirdt von deiner Vngerechtigkeit vnnd Ty⸗ ranney wegen ein ſchwaͤre vntraͤgliche Marterfallen. 6 Nach dem alſo der dritte Bruder mit den zweyen in gleicher wirdigkeit geſtorben/ brach⸗ ut S ten ſie den vierdten herzu/ vnnd fragten jhn ebner maſſen/oberauch/ wie andereſeme Brůͤder mit zu erdulden. thorheit behafftet were. Darauff gab er antwort/ vnnd fagt: I koͤnnet kein ſohizig Feuwervber michzuruſten/ das mich meines tapffern vnnd großmutigen Nertzens berauben ſoll/ denn durch den ſeligen Tod memergeliebten Brůder/ durch das ewig verderben deß Wuterichs/ vnnd durch das ehrlich Leben aller Gottſeligen Menſchen/ kan vndwilich dieſe edel verwandtnuß vnd ware Bruͤderſchafft nimmermehr verleugnen. Darumb/ D Tyrann/ ſo erdenckallerley Marter/ denn durch dieſelbigen wirſiu glaubhafftig erfahren/ daß ich der jenigen Bruder bin/ welcheda vor mir gepeiniget haſt. i 2Alo dieſes der Moͤrderiſch/ blutduͤrſtig vnd ſchalckhafftig Tyrann Antiochus vernam/ be⸗ winſi fahler ernſtlich dieſem Jungling die Zungen abzuſchneiden. Er aber ſprach: Vbdumir gleich ſhnft mein Red verkuͤrtzeſt/ ſowiſſe doch/ daß Gott auch die ſtillſchweigenden erhoren thut. Reiſſend

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mein Zungen herauß/ vndzerhauwend ſie/nichts deſto weniger ſoll mein vernunfft vnd verſiandt xnd deß vierdten allerdings vnveriehtbl een Itt wil gern vmb Gottes willen ein Glied vonmeinem Leibverl⸗ Bruders en en/ Gottaber wirt dich bald darumb finden /daß du mich meiner Zungen/ die bißherſein Lobver⸗

kuͤndigt vnnd außgebreytet hat/ berauben folt. Alſo thet dieſer Juͤngling/ nach demer/ wie ſeine

Bruͤder/ herbe pein vnd qual verſuchet/ ſeinen Geiſi auchauffgeben.

XI. Cap. S Achmaln ſprang der fuͤnfft Bruder ſelbß herfur/ vnd ſprach: Du

Tyrann/ ich trag vmb der Tugend willen ab keiner marter einigen ſcheuhen/ ſon⸗ an die marter. dern thu von mir ſelber herfuͤr tretten/ damit du michgleichßfalls enodieſt/vnndalo

S durch haͤuffung deiner Suͤnden mit Göttlicher Rachſal deſto ſchwaͤrer getoffen werdeſt. Odu heßlicher vndgrimmiger Tyrann/ was iſt doch vnſer verſchuldigung/ daß duvns dermaſſenzuſetzeſt? Geſchichts darumb/ daß wir in aller Gottſeligkeit gegen dem Schopffer⸗ vnnd nach dem wolgefaͤlligen willen ſeines Geſetzes/ leben Deſſen ſolten wir billichergenieſſen 35 6 vnrMrg, Ca. weder entgelten. Als er dieſe wort redet/ ʒogen jn die Sthergen eylends ʒu dem Schnellrad /da⸗ t tapulta an ſiejm ſeine Knie mit eyſen Ketten/ darneben auch ſeine Lenden mit Schnurn/ an der Scheiben hart zuſammen ʒogen/ allda er/ wie ein Scorpion/ gekruͤmbt oder gebogen ſitzen/ vund anſeinen Gliedern jaͤmmerlich gepreßt werden mußt. Als er auch dermaſſen an Leib vnnd Seelgezwengt

war/ bettet er/ vnnd faget darneben: OTyrann/ wie groſſe Gnad vnnd Wolthaterʒeigeſtduvns wider deinen willen/ diweil durch vnſerſtaͤrcke vndritterliche arbeit/ die haltung deß Giſihsen⸗ ſcheinet/ vnd menniglich offenbar wirdt. Frerdigtet deß ſech⸗ Nachdem Ted dieſes Budern/ wurd der ſechßte Jungling herzugefuͤhrt/ vndvondem ſten Bruders. Tyrannengefragt/ ober Schweinenfleiſch zu eſſen/ vnndſein Leben dardurchzu erhalten /begel⸗ itheu te Darauffgab erjhm dieſe antwort: Ich bin gleichwol den Jaren nachjuͤngerdennmeinevol⸗ idc gehende Bruͤder/ aber ſo viel das Gemut betrifft/ ſiche ich mit jnen in gleichem alet· Diwiilwir nch

denn alle ʒumal in einerley Gotteodienſt geboren vnnd aufferʒogen/ ſo ſind wir auchſchldig unf vmb derſelbigen willen mit einander eines gleichmaͤſſigen Todozuſierben· Demnach/ wesdich ihn ſic fur gut anſihet/ mich/ vmb daß ich nicht Schweinenfleiſch eſſen wil/ ʒu peinigen/ ſo magſi due uche

verſuchen. Als er diß redet/ wurder zu dem Radgefuͤhrt/ darauff man jhm ſeine Gücderaußſi⸗ ſn

eke noreeß cket/ vnnddie Gelenckauß einanderriß /Folgends muſt auch der Corpervberdem Feuwer emnn ſtet/ vnd darneben mit ſcharpffen ſpitzigen Eyſen auff den Schultern vnd in der Schungtſu i iſ M * fet/ vnnd ein lange ʒeit gebrahten werden. Er aber ſprach mitten in feuwriger Pein: Ddu 4 ger Kampff/ darzu vnſer ſo viel Bruͤder/ als zu einer ritterlichen übung/beruffin vnndten nh

Der ſechſte Bruder vns in ſolchem Gottlichen Streyt vndergangen iſt/ Du Tyrann ſolt wiſſen/ daß cht iim redet Autiochoheff⸗ waren Gottſeligkeit ſteiff vnd vnůberwindtlich beſteht: Ich/ als mit den Waffen der e nd zb tig zu. keit angezogen/ beger ſamptmeinen Bruͤdern mannlich zu ſterben/ vnnd dir Genmxh dnſ ˙ n