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Ehrſamen vnd Weiſen Herꝛen/ Stattpfleger/ Bur⸗ ggeerrmeyſter vnd Rath der Keyſerlichen Reichsſtatt Aug ſpurg/ ꝛc. meinen guͤnſtigen/ gebietenden
⁸½ J ſtige gebietende Herm: Es werden von Joſephoin
dem Eingang der alten Juͤdiſchen Geſchicht Be⸗ dardurch die Stribenten allerley verlauffene Haͤn⸗ del ſchrifftlich an den tag zu bringen gemeyniglich bewegt werden. Dennetli⸗
gen Weißheyten ſeien meine vnterthaͤnige/ gantzwil⸗
che dieweil ſie jhre Sachen mit artiger/ wolgeſetzter Rede zierlich darzuthun
ermeynen ſolcher jhꝛer Kunſt halben eynen beſondern Ruhm zuerlangen ver⸗ hoffen. Andere damit ſie vmb die jenigen/ deren Thaten ſie zu beſchreiben fuͤr⸗ genommen danck verdienen/ mit hoͤchſtem fleiß/ ob es gleich weit vber jhr ver⸗ moͤgen iſtſich deſſelbigen vnterſtehen. Es werden auch jhrer etliche auß hoch⸗ dringender not die Haͤndel/ denen ſie mehrertheyls in eygner Perſon beige⸗
wohnt ſeygentlich vnd gruͤndtlich herfuͤr zu bringen gezwungen. Ju letzt/ ſeind
ihrer nit wenig durch betrachtung der nutzbarkeyt /ſo auß der Hiſtorien erkant⸗
nuß erfolgt zu Beſchreibung derſelbigen verurſacht worden. Wiewol aber Joſephus als er anzeygen wil/ was jhn zum ſchreiben am meyſten getriben habe/ vnter oberzehlten vrſachen die zwo letzten fuͤrwendet/ ſo moͤgen doch die andern zu erſt gemeldten gleich mit vntergelauffen ſein/ Vnd/ wieer in ſeinen
Schrifften ſelbs vermeldt haben jhn zwar bende Keyſer Veſpaſianus vnd ſein Sohn Titus ſeine Buͤcher/ darinnen auch ihre mannliche tapffere Thaten vnd loͤbliche Tugenden geruͤhmt werden gefallen laſſen. Er aber hat bei allen den jenigen/ die ſeine Buͤcher mit verſtandt geleſen eyn ſolches herꝛliches Lob daruon bracht daß er von etlichen hochberuͤhmten Leuthen der Griechiſche Li⸗
uius genennt woꝛden iſt.
Seintemal denn er vnd andere fuͤrtreffliche Naͤnner durch obenange⸗ regte vrſachẽ ſich zu ſolcher ihrer muͤhſamen arbeyt haben treiben laſſen War⸗ umb wolte vns denn der vil geringern muͤhe/ jhꝛe Schrifften ʒuleſen/ vnd da⸗ durch in mancherley alter Geſchicht erfahrung zukom̃en verdrieſſen: ſo doch ſolches mit geringer arbeyt vnd groſſem luſt geſchehen kan vnd die erkenntnuß
der Hiſtorien nicht alleyn an ihr ſelbs lieblich/ vnd bei allen verſtaͤndigen loͤblich vnd ruͤhmlich ſondern auch zu taͤglichem gebrauch in gemeynem Leben hoch⸗ noͤtig vnd vber die maſſen nuͤtzlich ſt. Dann was kan eyn Nenſch der weder ſelbs etwas geſehen oder erfahren/ noch von andern gehoͤrt oder geleſen hat/
fuͤr luſt vnd freud/ oder lob vnd ruhm bey gelehrten Wehſ Leuthenlhaben
Dle/ Feſte/ Furſichtige/ Ehrſame vnd Weiſe Her n/ eweren Edlen Ehrſamen Fuͤrſichti⸗—
2ℳ lige Dienſt mit wuͤnſchũg alles guten zuuoꝛ. Guͤn⸗
& ſchreibung vier vnterſchiedliche vrſachen angezogen/
1 4 1 * 4 8 * 1 4 8 1 1 E . 4* 8 4 „ 8 3 4 † 5
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