Druckschrift 
Ueber die Schaafzucht, insbesondere über die Race der Merinos / Auf Befehl Sr. Excellenz des Minister des Jnnern herausgegeben ; bearbeitet von Tessier, Mitglied des National-Instituts, des Ordens der Ehrenlegion, der Societät des Ackerbaues und der Arzneischule in Paris, des Unterrichts-Ausschusses der Thierarzneischule zu Altorf, und General-Inspektor der Staats-Schäferein ; Jns Deutsche übertragen, mit Anmerkungen und Zusätzen von W. Witte, Mitglied der Potsdamer ökonomischen Gesellschaft und der Pariser Societät des Ackerbaus, Erbherrn auf Falkenwalde
Entstehung
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in Ramboullet und Perpignan angeſtellte Verſuche

bewieſen haben, daß Widder ohne Hoͤrner auch Bocklaͤmmer mit Hornern erzeugt baben, ſo daß

dieſer Mangel alſo nur fuͤr ein Naturſpiel zu hal⸗

ten iſt. Herr Olivier, Dirigent der kaiſerlichen

Schaͤferei in den Pyrénees orientales, behauptet,

daß man dahin käme, durchaus ungehoͤrnte Läm⸗

mer zu ziehen, wenn man mehrere Generationen hin⸗

durch ungehoͤrnte Widder zu Schaafen brächte, die

ebenfalls von dergleichen Vaͤtern abſtammten. Die⸗ ſe Behauptung kann nur durch die Erfahrung be⸗ ſtatigt werden. Manche Mutterſchaafe bekommen auch Hoͤrner, ſie ſind jedoch nur klein. Die Wolle iſt das Hauptunterſcheidungszeichen der Merinos; ſie iſt hochſt fein, reichlich, ſanft an⸗ zufuͤhlen, voll Fett, dicht, etwas gekräuſelt, ela⸗ ſtiſch weniger lang, als bei den gewoͤhnlichen Arten, von einer ſchmutzigen, braͤunlich-weißen Farbe, durch den Staub und die Unreinigkeiten, die ſich daran hängen*). Der ganze Koͤrper des Thieres iſt mit Wolle bewachſen, mit Ausnahme der innern Seite der Lenden und eines Theils vom Kopfe. Die Lammer und Jährlinge beſonders ſind bis auf das Ende der Beine herab bewachſen. Bei dem ge⸗

*) Ich habe in Ramboullet 2 ſehr deutlich in Hinſicht der Farbe verſchiedene Arten Merinos gefunden Die eine von gelbbraͤunlicher Farbe der Wolle, wie die⸗ jenigen, die wir ebenfalls beſitzen, die andre ausge⸗ zeichnet weiß, meiſt im S von jener, welcher Un⸗