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Handbuch für die feinwollige Schafzucht / Auf Befehl des Königl. Preuß. Ministeriums des Innen herausgegeben ; von A. Thaer, Königl. Preuß. Staatsrathe [et]c.
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der Fettigkeit ihrer Wolle her, der ſich aller Staub anhaͤngt. Hieran erkennt man bie vorzuͤglichern in einer gemiſchten Herde ſchon in der Ferne. Man ſagt, daß einige Schafzuͤchter, um ihre Herde ins Auge fallend zu machen, dieſe ſchmu⸗ tzige Farbe kuͤnſtlich vermehren. Wenn man aber dieſe Wolle mit den Fingern beider Haͤnde aus⸗ einander ſpreizt, ſo erkennt man ſogleich die Fein⸗ heit der Wolle von mehr gelblicher oder weißerer Farbe, die ſanft und fettig anzufuͤhlen, und auf der hochrothen Haut einen ſehr angenehmen An⸗ blick gewaͤhrt.

So wie man die auseinander geſpreizte Wolle wieder fahren laͤßt, muß ſie ſich ſogleichzuſammen⸗ zieden, ſo daß man die Stelle nicht meht bemer⸗ ken koͤnne, welche man aus einander gezogen hatte. Dies giebt einen Beweis von der Dicht⸗ heit der Wolle. Dieſe erkennt man auch leicht an der Geſchloſſenheit des Fließes, ſo daß die Wolle nicht ſchrappet, wenn ſie gehen, oder beim Auf⸗ faſſen mit der vollen Hand. Jedoch iſt es noch zweifelhaft, ob die mehrere Dichtheit und Ge⸗ ſchloſſenheit der Wolle von dem Stamme ab⸗ hangig und erblich ſey, oder ob die Art der Weide und der Futterung einen Einfluß dar⸗ auf habe. Langere Wolle iſt ſelten ſo geſchloſſen. Immer iſt jedoch der Pelz der Merinos weit dich⸗ ter, wie der unſerer Landſchafe. Er laͤßt nicht leicht den Regen uͤber zwey Linien eindringen,