Teil eines Werkes 
Vierter Band (1812)
Entstehung
Seite
13
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Die Saat. 13

verſtärken ſolle. Dieſe unmittelbar an den Saamen angebrachte Duͤngungs⸗ mittel ſind aber der Theorie und unbefangener Erfahrung nach hierzu unver⸗ mögend; denn die erſte Nahrung erhaͤlt das junge Pflaͤnzchen aus der Sub⸗ ſtanz ſeines Sagmenkorns, und wenn es durch ſeine Wurzeln ſeine Nahrung einzuziehen anfaͤngt, ſo haben ſich dieſe ſchon zu weit entfernt, um von dem Duͤngungsmittel, welches an der Huͤlſe des Saatkorns haftet, Nutzen zu zie⸗ hen. Sie koͤnnen alſo nicht mehr bewirken, als wenn man ſie mit dem Bo⸗ den vermiſchte, wo dann die angewandte Quantität zu unbedeutend ſeyn wuͤrde.

b) Sauerſtoffhaltige und ſelbſt ſaure Mittel: vorzuͤglich iſt orygeniſirte Salzſaure, Schwefelſäure, Mennig und andere Bleioryde, Eiſenvitriol, Sal⸗ peter und Salpeterſäure, auch Arſenik dazu empfohlen worden. Man hat einige dieſer Mittel ſchon zu älteren Zeiten und vor der neueren Entdeckung, daß der Sauerſtoff und die mit Sauerſtoff uͤberſattigten und ſolchen leicht ab⸗ gebenden Materien die Keimkraft der Saamen lebhaft erweckten, empfohlen, und durch dieſe Entdeckung iſt die Aufmerkſamkeit aufs neue darauf gerichtet worden. So unſtreitig aber die Wirkſamkeit des Sauerſtoffs zur Aufreizung des Keimes iſt, ſo haben doch genau angeſtellte Verſuche gezeigt, daß dieſe Ueberreizung des Keims und des jungen Pflaͤnzchens keinesweges von guten Folgen ſey, ſondern vielmehr der heranwachſenden Pflanze Schwächlichkeit und Kraͤnklichkeit zuziehe. Eine umſichtige Theorie begruͤndet alſo die Anwendung dieſer Mittel nicht mehr, um ſo weniger, da es ſchwer ſeyn wuͤrde, das ge⸗ rechte Maaß auszumitteln, und es im Großen, ſo daß es jedes Korn treffe, anzuwenden.

Man hat zwar auch den Nebenzweck dadurch erreichen wollen, Inſekten und Voͤgel abzuhalten oder zu toͤdten, aber auch dies bewirken die gewoͤhnli⸗ chen Einbeizungen nicht, und die giftigen, beſonders die arſenikaliſche, in der Stärke anzuwenden, daß dieſer Zweck erreicht wuͤrde, waͤre ſehr gefahrlich.

§. 9.

Jede Frucht hat eine längere oder kuͤrzere Periode, worin ſie ausgeſaͤet Saatteit. werden kann, um zu ihrer vollen Reife zu gelangen. Ihr Erfolg haͤngt ſehr oft von einem gluͤcklichen Treffen des guͤnſtigen Moments in dieſer Periode ab.