Teil eines Werkes 
Dritter Band (1810) Landwirtschaft
Entstehung
Seite
288
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Viehtränken.

288 Weiden und Hutungen.

Schlaͤge ab, und beſett jede Koppel mit einer angemeſſenen Zahl von Haͤuptern, wobei man dann ſolche zuſammenbringt, die ſich einander moͤglichſt gleich ſind, und, zuſammen gewoͤhnt, friedlich betragen. Die mit Hecken abgetheilten kleinen Weidekoppeln werden daher ſehr geſchaͤtzt, indem man auch den Schutz der Hecken gegen den zu ſtarken Sonnenſchein, und gegen den Wind, ſo wie die mehrere Gemuͤthsruhe, welche das Vieh daſelbſt genießt, hoch anſchlaͤgt.

§. 381.

Bei allen Weiden ſind gute Viehtraͤnken eine wichtige Bedingung. Es iſt ein jaͤmmerlicher Behelf, wenn das Vieh aus Troͤgen, in welche man das Brun⸗ nen⸗ oder Grabenwaſſer ſchöpft, getraͤnkt werden muß. Wo ſich die Viehträn⸗ ken alſo nicht von Natur finden, muͤſſen ſie durch Kunſt angelegt werden.

Sie werden an ſolchen Stellen ausgegraben, wohin das Waſſer den meiſten Zug hat, und wo man das Waſſer der Graͤben hineinleiten kann. Es iſt nicht rathſam, ſie unmittelbar an den Graͤben anzulegen, oder dieſe zu dem Zwecke zu erweitern; denn der Graben wird dadurch eingetreten und, leicht verſchlammt. Man thut beſſer aus einem Waſſergraben einen Kanal nach der Vieheraͤnke hinzu⸗ leiten, und wenn es derſelben an Waſſer fehlt, ſolches durch Stauung des Gra⸗ bens hineinzuzwaͤngen.

Dieſe Viehtraͤnken muͤſſen in der Mitte wenigſtens eine Diefe von 7 Fuß ha⸗ ben, und vom Rande ſchraͤg ablaufen. Ihr Umfang iſt nach der Zahl des Viehes verſchieden; gewoͤhnlich nimmt man 60 Fuß als mittleren Durchmeſſer an.

Auf einem lehmigen und thonigen Boden halten ſie das Waſſer von ſelbſt,

und es iſt genug, wenn man ſie nach dem Ausgraben nur ausglaͤttet und feſtſtampft.

Wenn aber der Boden ſandig iſt oder viele abziehende Sandadern hat, ſo iſt es nicht zureichend, ihm, wie manche thun, mit Thon auszuſchlagen, indem dieſer Thon leicht Riſſe bekommt oder von Maͤuſen durchbohrt wird, da ſich dann das Waſſer einzieht und verſchwindet. Man muß einen Kalkmoͤrtel darauf bringen, am beſten auf folgende Weiſe: Man ſiebet, nachdem die Oberflache aufs ſorgfaͤl⸗ tigſte geebnet und platt geſchlagen worden, friſch zerfallenen Kalk 2 bis 3 Zoll dick daruͤber her, und beneßt ihn ſo ſtark, daß er zu Brei wird. Ueber dieſen Kalk bringt man dann eine Thonlage von 6 Zoll dick, und ſchlägt ihn, wie auf einer Dreeſchtenne feſt.