Teil eines Werkes 
Dritter Band (1810) Landwirtschaft
Entstehung
Seite
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16 Die Ackerwerkzeuge.

bann aber ſteht das Meſſer nicht perpendikulaͤr, ſondern deſſen oberer Theil ſchrag rechts, und die Spitze links.(Vergl. Beſchreibung der Ackerwerkzeuge, Heft I., Taf. 1. Fig. VI.) Es macht alſo auch keinen verpendikulären Einſchnitt, ſondern einen ſchrägen, und bahnt folglich dem Pflugkörper den Weg nicht ſo genau, als es thun ſollte. Bei einem flachen Pfluͤgen von 3 bis 4 Zoll iſt die dadurch ver⸗ mehrte Friktion freilich nicht von großer Bedeutung, wird aber ſchon merklich, wenn man uͤber 6 Zoll tief pfluͤget. Daher ſind bei Pfluͤgen, die tief gehen ſollen, die Meſſer, welche ein Knie an ihrem Griffe haben, wie die an dem verbeſſer⸗ ten Smalſchen Pfluge, ſehr ſchatzbar.(Vergl. Beſchreib. der Ackerwerkzeuge, Heft I., Taf. 5. Fig. XIII. u. XIV.) Durch dieſes Knie wird nämlich das eigent⸗ liche Meſſer, ſo weit als noͤchig iſt, links gebracht, ungeachtet der Griff im Baume perpendikulär eingezapft iſt. Dieſen Meſſern kann dann bei tiefen Pflugen, wo ſie einen großen Widerſtand zu uͤberwinden haben, durch eine andere Befeſti⸗ gung, mittelſt einer Schraube, eine ſehr große Haltbarkeit gegeben werden, wie dieſes an den neuern Smalſchen Pfluͤgen geſchehen iſt.(Vergl. Beſchreib. der Ackergeraͤthe, Heft I., Taf. 2. Fig. II. u. III. i. g.) Es wird hierdurch auch dem großen Uebel abgeholfen, daß die Pflugfuͤhrer, um den Pflug mehr im Lande zu halten, ihn nach der Landſeite heruͤberlehnen muͤſſen, indem ſie dadurch bewirken, daß das ſchraͤg eingekeilte Meſſer nun perpendikulaͤr einſchneidet; wodurch aber keine rechtwinkliche Furche oder Streifen entſteht, ſondern die Sohle der Erde vom Schaare ſchraͤg weggeſchnitten wird, an der Landſeite tiefer und nach der Furchenſeite flacher, folglich die Ackerkrume keine gleichmäßige Tiefe erhaͤlt.

Man hat der Schneide des Meſſers mehrere Formen gegeben, ſie entweder gerade oder ſichelfoͤrmig, oder auch mit einem Bauch gemacht. Durch die krum⸗ men Schneiden glaubte man den Einſchnitt zu erleichtern. Es wird aber im Ge⸗ gentheil, da die krumme Linie laͤnger iſt als die gerade, der Widerſtand wohl eher vermehrt, und ein gerades Meſſer ſcheint die beſte Form zu haben.

Die Vortheile des ſchrägen Schnitts werden dadurch genugſam erreicht, daß das Meſſer mit ſeiner Spite vorwaͤrts ſteht. Denn es iſt bekannt, daß ein Meſ⸗ ſer immer beſſer ſchneide, wenn es in ſchrager Richtung mit der Direktion ſeiner Bewegung gehalten wird. Das Meſſer ſchneidet nun aufwaͤrts, und trennet auf

die Weiſe den Zuſammenhang des Bodens am leichteſten. Es hebt auch dadurch den