Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
280
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266 Mineraliſche Duͤngungsmittel.

Neuerlich erſt hat uns die Theorie ſowohl, als auch gleichzeitig die Erfahrung auf den Gebrauch des Vitriols gefuͤhrt. Wie man nämlich die Wirkung des Oxygens auf die Keimung der Samen und das erſte Hervortreiben der jungen Pfianzen bemerkte, glaubte man dieſes Orygen in Oryden, Säuren und ſauren Salzen anbringen zu koͤn⸗ nen. Aber beſtimmte Wirkung hat man hoͤchſtens nur von denen Oryden und Säu⸗ ren geſehen, die leicht zerſetzt werben, und ihr uͤbriges Orygen fahren laſſen. Bei Saͤuren und fauren Salzen ſcheint mir, nach den angeſtellten Verſuchen, die Wir⸗ kung auf Befoͤrderung des Keimens noch ſehr zweifelhaft. Die Wirkung des in Waſſer aufgeloſten Eiſenvitriols als Duͤngungsmittel zeigte ſich in den Verſuchen ebenfalls verſchieden; einige haben gar keine, andere ſchaͤdliche, noch andere vortbeil⸗ hafte Wirkungen dabei wahrgenommen. Die meiſten dieſer Verſuche, wovon ich Kenntniß erhalten habe, ſind in Anſehung der gebrauchten Quantität und des Erdbo⸗ dens, welchen man damit befeuchtete, zu unbeſtimmt. Beides aber ſind ſehr wich⸗ tige Momente, ohne welche ſich die widerſprechenden Reſultate, welche dieſe Ver⸗ ſuche geben, nicht erklaͤren laſſen.

Die zufaͤlligen Erfahrungen, welche man uͤber die duͤngende Kraft verſchiedener Foſſilien, die mit Eiſenvitriol ſtark durchdrungen ſind, gemacht hat, haben dieſer Sache eine praktiſche Wichtigkeit gegeben, die ſie ohne ſolche nicht wuͤrde gehabt ha⸗ ben. In England hat man naͤmlich einen vitriolhaltigen Torf, und in Deutſchland in der graͤflichen Einſiedelſchen Herſchaft Reibersdorf eine vitriolhaltige Erd⸗ kohle gefunden, welche hoͤchſt wirkſame Duͤngungsmittel in kleinen Quantitäten abgeben.

Es ſcheint aus ſelbigen zu erhellen, daß der Siſenbiriut eine große Wirkung auf die Vegetation hervorbringe, wenn er mit Kohle genau verbunden iſt. Wahrſchein⸗ lich geht hier, unter der Einwirkung des Lichts und der Luft, eine Zerſetzung der Schwefelſaͤure vor, deren Orygen ſich mit dem Kohlenſtoff verbindet, und Kohlen⸗ ſaure oder eine ähnliche, den Pflanzen freundliche Materie bildet. Der Schwefel und die Kohle gehen nicht unwahrſcheinlich vermoͤge des an letztern Hy⸗ drogens eine ander wohlthaͤtige Verbindung ein.

Auf eine gleiche Weiſe mag dann auch der reine Eiſenvitriol in Verbindung mit dem Humus treten, den er im Boden antrift, und dadurch vortheilhaft wirken, ohne ſelbigen aber nachtheilig. Genauere Verſuche muſſen dies erſt auftlären, und insbe⸗