Gebrauch des Gypſes.
Bereitung deſſelben.
262 Nineraliſche Duͤngungsmittel.
65 Su.
Wie der Gyps hier wirke, iſt§. 86. d. v. H. angedeulet worden. Wahr⸗ ſcheinlich tritt er in eine langſame Wechſelwirkung mit dem Humus, indem dieſer ſeine Saͤure zerſetzt, und Kohlenſaͤure oder einen mehr zuſammengeſetzten Stoff— den wir noch nicht kennen und vielleicht ſeiner ſchnellen Zerſeßbarkeit wegen nie werden kennen lernen— bildet. Der entſaͤuerte Schwefel geht wahrſcheinlich mit dem Kalk und einem andern Theile der hydrogeniſirten Kohle in Verbindung. Dieſe Zer⸗ ſeßung macht der auffallende Geſtank wahrſcheinlich, welchen die Zumiſchung des Gypſes zu faulenden Subſtanzen erregt. Jene Kohlenſaͤure und jene neuen Verbin⸗ dungen ſind dann wahrſcheinlich zur Nahrung gewiſſer Pflanzen ſo vorzuͤglich geeignet. Daher hat aber auch der Gyps nur unter der Bedingung eine Wirkung, daß er Hu⸗ mus vder faulende Subſtanzen noch genugſam im Boden antreffe.
§. 82.
Man bedient ſich des Gypſes hauptſaͤchlich zum Klee und zu kleeartigen Gewaͤch⸗ ſen, zuweilen doch auch zu Huͤlſenfruͤchten. Da er auf alle Gewäͤchſe aus dem Ge⸗ ſchlechte der Brassica auch merklich wirkt, ſo vermuthe ich, daß er für die Rapsſaat ſehr nutzlich ſeyn wurde, kenne indeſſen noch keine damit eh Verſuche.
F. 83.
Er wird in gebranntem und ungebranntem Zuſtande gebraucht, und ſeine Wir⸗ kung ſcheint uͤbrigens gleich zu ſeyn, wenn nur den gebrannten Gyps nicht gleich ein ſtarker Regen befaͤllt, wodurch er zuſammengeſchwemmt und wieder zur harten Maſſe wird. Es koͤmmt nur auf moͤglichſt feine Pulverung an, und um recht wirkſam zu ſeyn, muß er vollig zu Staub zermalmt werden. Dies iſt aber mit dem ungebrann⸗ ten ungleich ſchwieriger, als dem gebrannten, welcher ſch ſehr ſibe pul⸗ vern laͤßt.
Die Pulverung geſchieht an einigen Orten auf die wohlſeiſſte Art durch Stampf· muͤhlen. Wo man dieſe nicht hat, bedient man ſich verſchiedener Vorrichtungen mit der Hand. Man ſtoßt ihn in Moͤrſern, in Troͤgen und mit dem Apparate, deſſen man ſich zum Hirſe⸗ auch wohl zum Helſaat Stampfen bedient, ſogenannten Tret⸗ ſtampfen. Oder man zerkleinert ihn in einem langen Troge, in welchem man einen abgenutzten Muͤhlſtein auf der hohen Kante hin und her drehet. Er wird dann, wenn er recht wirkſam ſeyn ſoll, geſiebet, und die ungepulverten Koͤrner werden noch⸗


