Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
273
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Mineraliſche Duͤngungsmittel. 259

§. 77. Die iſt unter allen Meliorationen diejenige, wozu ſich am häufigſten Gelegenheit findet, und die dann den nachhaltigſten und, wenige andere ausgenom⸗

men, den hoͤchſten und auffallendſten Nutzen bringt.

78.

Endlich giebt es noch eine Erde, deren man ſich mit auffallender Wirkung zum Dungererde Duͤngen bedient, die einen beträchtlichen Antheil vom Kalk hat, aber zugleich ſehr

reich an Humus iſt. Man findet ſie in den Niederungen an großen Stroͤmen, deren Boden vom Waſſer ohne Zweifel abgelagert worden. Sie iſt blaͤulich von Farbe, und wie ein ſehr magerer zerkruͤmelnder Lehm, aber ſanft anzufuͤhlen. Zuweilen iſt ſie mit kleinen Muſcheln vermiſcht, jedoch nicht immer. Sie liegt gewoͤhnlich nicht unter der oberen Ackererde; ſondern zwiſchen dieſer und jener duͤngenden Erde liegt ein unfruchtbarer Lehm, welcher durchſtochen und abgeraͤumt werden muß.

Bei der Unterſuchung dieſer Erde aus den Oldenburgiſchen Marſchen fanden ſich folgende Beſtandtheile: ſehr feiner zur Hälſte durch Schlemmen zur Hälfte durch Sieden abgeſchiedener Sand 36; kohlenſaurer Kalk 14; Humus 8; fetter Thon 44;

Gyps 1;= 100. Der Humus war offenbar thieriſcher Natur, und gab beim Verbrennen einen

ſehr ſtinkenden Geruch⸗

Ich vermuthe daß man dieſe wirkſame Duͤngererde an mehreren Orten finden konne, wo man ſie noch nicht kennt. Sie iſt durch den Moder der Waſſerpflanzen, der Fiſche und Schalthiere gebildet, und mit dem feinen Sande hier abgeſetzt, nach⸗ her aber durch einen Niederſchlag des von der Hoöhe herabſtuͤrzenden Waſſers bedeckt worden. Es verlohnt ſich der Muͤhe in allen Thaͤlern, die vormals wahrſcheinlich unter Waſſer ſtanden, darnach zu ſuchen.

Man verfaͤhrt bei dem Herausbringen derſelben(was man in Wiederſachſen Kuh⸗ len oder Wuͤhlen, und die Erde daher Kuhl⸗ oder Wuͤhl⸗Erde nennt) folgen⸗

dermaßen. Man macht zuerſt eine Grube von 5 bis 6 Fuß Breite und 12 Fuß Laͤnge, wirft

die obere Ackererde zu einer Seite, den unfruchtbaren Thon, der 4 bis 5 Fuß tief

liegt, zur andern, und bringt dann die geſuchte Erde, die bis zu einer großen Tiefe K 2