Teil eines Werkes 
Zweiter Band (1810)
Entstehung
Seite
XXII
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Bemerkungen.

crag der Ernten beſtimmt, wird wohl kein aufmerkſamer Beobachter leugnen. Daher die Gleichmaͤßigkeit der Ernten im Durchſchnitt einer Reihe von Jahren, die man ſeit Jahrtauſenden beobachtet hat. Daher nach einer ſehr reichen Win⸗ terungsernte hoͤchſtens eine mittelmaͤßige der Soͤmmerung, und nach einer unge⸗ woͤhnlichen Soͤmmerung zwei Jahre darauf ſelten eine vorzuͤgliche Winterung bei der Dreifelderwirthſchaft. So entſteht der Wechſel uͤberreicher und kaͤrglicher Ernten, indem jene, durch die Jahreswitterung beguͤnſtigt, aus dem Boden uͤber die Gebuͤhr ausziehen; dieſe dagegenvon der Witterung zuruͤckgehalten, dem Boden mehr hinterlaſſen, als ſie ihrer Ratur nach thun ſollten. Eine aufmerk⸗ ſame Beobachtung dieſes Naturgeſetzes koͤnnte uns zu Maaßregeln leiten, die uns gerade in den Jahren eine gute Ernte ſichern, wo der gewoͤhnliche Wirthſchafts⸗ gang eine ſchlechte erzielt, indem wir auf dieſes die volle Kraft aufſparen, welche ſelbſt den unguͤnſtigen Einfluß der Witterung uͤberwindet. So kann dann wirk⸗ lich ein ſchlechtes Jahr fuͤr einen ausgezeichneten Landwirth hoͤchſt vortheilhaft werden, und ſo ſagt es auch dem allgemeinen Beſten in dieſer Hinſicht zu, daß ein gleiches Feldſyſtem ferner nicht allgemein herrſche.

Da die Verſtaͤrkung der Bodenkraft dnrch zweierlei Mittel erreicht werden kann 1) durch ſtärkere Duͤngung, 2) durch Verſchonung mit reifenden Fruͤchten; ſo muß es jeder nach ſeiner individuellen Lage berechnen, welches von beiden, oder in welchem Verhaͤltniſſe er beide Mittel anwenden koͤnne. Wenn man erſt dahin gelangt iſt, daß man das Material zur ſtaͤrkeren Duͤngung ſelbſt produzirt, ſo giebt erſteres ohne Zweifel den hoͤheren Ertrag; bevor man jenes aber thun kann, wird man letzteres mit groͤßerem Erfolge, als erzwungene Huͤlfsmittel, die in der Regel nicht nachhaltend ſeyn koͤnnen, anwenden.

Da dieſe Lehre nun wichtig genug ſcheint um eine klare Anſicht davon zu ge⸗ ben, und alle Mißverſtaͤndniſſe zu vermeiden, ſo will ich als Exempel noch eine Berechnung des Kraſtgewinns und Verluſtes der S. 12. u. f. tabellariſch dar⸗ geſtellten Wirthſchaften beifuͤgen. Fuͤr die Einſaat will ich nur 1 Scheffel per Morgen annehmen, und von dem dort angegebenen Totalertrage abziehen, um nach den Koͤrnern die ausgezogene Kraft zu berechnen.