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Erster Band (1809) Begründung der Lehre und des Gewerbes : Oekonomie oder die Lehre von den landwirthschaftlichen Verhältnissen
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Faͤhigkeiten des Subjekts. 23

abweichendſten Gebräuche, Einrichtungen und Meinungen herrſchen, vereinigt ſich hier eine lebendige Maſſe von Kenntniſſen und Erfahrungen, zuweilen auch von Vorurtheilen und Meinungen, die anfangs eine ungemeine Gaͤhrung in allen Koͤpfen erregt, aus welcher aber bei gehoͤriger Leitung derſelben bald ein klarer, reiner und allgemeiner Geiſt hervorgeht, der ſich allen mittheilt und allen daſſelbe Ideal der moͤg⸗ lichſten Vollkommenheit darſtellt, nur daß jeder durch eigne Ideenverbindung ſolches nach ſeiner Individualitat und Lokalitat anders modifizirt und zu erreichen ſtrebt. Ein ſolches Zuſammentreten uͤbertrifft bei weitem den Nutzen des Reiſens ſelbſt.

Iſt eine Anſtalt zu dieſem Ruſe gelangt, ſo wird ſie nicht bloß Lehrlinge herbei⸗ ziehn, ſondern auch Meiſter, denen ſie Unterhaltung und Vortheil genug gewaͤh⸗ ren muß, um ſie auf längere Zeit an ſich zu halten. Dies thut vorzuglich große Wirkung auf die noch minder feſten, befeſtigt ſie in ihrem Glauben, verſtaͤrkt ihr Be⸗ ſtreben, und wirft ein reizenderes Licht auf das Ideal, welches die Lehre ihnen hier aufgeſtellt hat.

Wären Anſtalten dieſer Art einmal dahin gelangt, ſo wuͤrde ſich, von ihnen aus, die Wiſſenſchaft auf die ſicherſte Weiſe uͤber die civiliſirte Welt verbreiten; die Praxis durch ſolche bald eine beſſere Richtung und mehrere Sicherheit bekommen; veraltete, den Ackerbau durchaus niederdruͤckende Einrichtungen, durch beſſere Ein⸗ ſicht der Regierenden aufgehoben, und ſo Reichthum uͤber die Fluren und Wohlſtand uͤber die Voͤlker ergoſſen werden. Hier gebildete und von Liebe fuͤr vollkommnere Landwirthſchaft begeiſterte Männer wuͤrden als Apoſtel derſelben in die Welt aus⸗ gehen, und den Glauben durch Lehre und Thaten, durch Weiſſagung und Wunder verbreiten.

Ueber die Lehre und das Studium der Landwirthſchaſt vergl. Annalen des Ackerbaues, I. Bd. 227 S.

pit.

6. 46.

Naͤchſt der Faͤhigkeit des die Landwirthſchaft betreibenden Subjekts iſt das Kapital die weſentlichſte Bedingung des Betriebes; denn der Vortheil und Erfolg ſteht bei gleichen Talenten des Betreibenden immer in Verhaͤltniß mit dem dazu ange⸗