——— Chriſtlicher Lebens⸗ Lauſf. 6 auffrichtige Liebe gegen Wem̃ Nechſien/ ohne faſſch und gleißnerey/ der ſie ſonderlich Feind war/ Hertz⸗ liches Mitleyden und Erbarmen mit den Armen und Nohtduͤrfftigen/ und warihrehoͤchſte Freude/ dem durfftigen nach ihrem vermuͤgen gutes zuthun/ wie davon das liebe Armuht beſſer zeugenwird. Ihre liebe und Begierde zu Gottes Wort hat Sie darinn erwie⸗ ſen/ daß ſie bey ſo baufalliger Geſundheit dennoch zumgehor Gottliches Worts /ſo viel Sie immer gekont/ und ſehr offt mit hoͤchſtem unvermuͤgen Sich eingeſtel⸗ let/ das H. Abendmahl in der oͤffentlichen Verſamlung mit Hertzlicher Devotion und Andacht fleiſſig gebrau⸗ chet/ und GOttihre Suͤnde im Beichtſiuel mit vielen heiſſen Thraͤnen gebeichtet/ wie davon ihre Herm Beichtvater allemahl haben zeugen koͤnnen.
Ihre Kranckheit und ſeligen Abſchied betreffend/ iſt Sie zwar/ wie ſchon gemeldet/ ſo viel Jahrheromit ſtetem und groſſem ungemach beleget/ abſonderlich a⸗ ber innechſi verwiechenen 15. Wochen gar uͤbel diſpo- niretgeweſen/ daß Sie auch faſtmehrentheils daß ge⸗ ringſte an Speiſen nicht gemeſſen koͤnnen. Iſt auch darauffams. Maij in der Nacht mit einem uͤberſtarcken funffſtundigen Froſt befallen/ darauff ſtetige Hitze/ Angſt/ unertraͤgliche Schmertzen des Haupts/ inder Bruſt/ Juͤcken und Seitenerfolget/ welcheſo beft
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