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Die wahre Lehre von der Wiedergeburt, wurde in einer Gast-Predigt, … zu Laubach Anno 1739. den 24. May. am Fest der Heiligen Dreyeinigkeit … in der Stadt-Kirche zu Laubach / abgehandelt, gehalten, und dem Drucke überlassen von Johann Valer. Ludwig Nieder
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Die Lehre von der Wiedergeburt 2

Soloſf 10. Ziehet den alten Mienſchen mit ſeinen Wer⸗ cken aus/ und ziehet den neuen an/ der da verneuert wird zu der Erkaͤntniß/ nach dem Ebenbilde deß/ der ihn ge⸗ geſchaffen hat. Uind 1. Joh. V. 1y. wird es alſo ausgedrucket: Wir wiſſen daß wir von GOtt gebohren ſind; wie auch Eap. III. 14. Wir wiſſen/ daß wir aus dem Todt ins Le⸗

ben kommen ſind Von Natur lieget der Menſch im geiſtlichen Tode, das iſt, er befindet ſich in einem ſolchen Zuſtand, da er von GOtt, der Quelle des Lebens, durch die Sunde getrennet iſt, und daher keine Em⸗ pfindung von geiſtlichen Dingen, noch einiges Vermoͤgen hat, den dreyeinigen GOtt wahrhafftig zu erkennen, zu urchten, zu lieben, ihm zu vertrauen, und ſeinen Willen zu vollbringen; hingegen einen ſtarcken und gewaltigen Trieb zur Suͤnde in ſich empfin⸗ det, dabey alle ſeine natuͤrliche Munterkeit und Faͤhigkeit aufs Boͤſe gerichtet wird. Da der Verſtand verfinſtert und untuͤch⸗ tig iſt, die Dinge, die zum Reich GOttes gehoren, heilſamlich zu erkennen, wenn er auch in irrdiſchen Dingen noch ſo viele Wiſſen⸗ ſchafft, und in weltlichen Haͤndeln noch ſo viele Scharfffinnigkeit von ſich blicken lieſſe. Der Wille iſt mit einer unordentlichen Selbſt⸗und Creatur⸗Liebe angefuͤllet, aus welcher ein beſtaͤndi⸗ ges Tichten und Trachten entſtehet, wie ein ſolcher geiſtlich todter Menſch ſeinen Luͤſten ein Genuͤgen thun, und ſich mit allerley ver⸗ aͤnglichen Schein⸗Guͤthern, vergnuͤgen moͤge, weil er ſein hoͤch⸗ tes Guth und Gluͤck darein ſetzet. Da das Gewiſſen mit vie⸗ len Suͤnden beſchweret, ſintemal das Lrtheil ſeiner Verdamniß darin offenbaret iſt, ob es gleich zuweilen zu ſchlaffen ſcheinet, und ſein Amt, das ihm von GOtt anvertrauet iſt, nicht recht verrich⸗ tet. Das nennet Paulus todt ſeyn in Suͤnden und Uber⸗ trettungen/ Eph. II. 5. und entfremdet ſeyn von dem Leben/ das aus GOtt iſt; Cap. IV. 18. Sehet, das iſt alſo der ungluͤck⸗ ſelige und beſammernswuͤrdige Zuſtand, der in dem goͤtt ichen Wort wird genennet der geiſtliche Todt, darinnen ſich von Nia⸗ r