8 Um die wahre Erleuchtung.
goͤttlichen Weſens, IEfu Chriffe l du Licht der Welt: wie kann ich dir nachfolgen damit ich das Licht des Lebens habe, wo du mich nicht ſelbſterleuchteß:
Ü Meines Hertzens Finſter,
niß iſt groß und dick, daß
ch dein helles Licht da⸗ durch nicht erblicken kann, es ſey denn, daß du meine Unwiſſenheit und Irrthuͤ⸗ mer vertrieben, welche bey allem Ruhm der Religion doch oft ſehr groß unter den Menſchen find. Da rum fuͤhre mich aus dem dunckeln Kercker meiner eigenen Einbildung an das belle Licht deiner Gna⸗ den, und eroͤff⸗ne mir das Verſtaͤndniß, daß ich die Schrift verſtehe und recht gebrauche. Vertreibe al⸗ len Nebel der Aufechtun⸗ gen, Begierden und Ver⸗ wirrung, damit du in deinem Tempel ſelbſt un⸗ gehindert lehren koͤnneſt,
was recht iſt. Sey mein 8
Meiſter und HErr, daß du mich in alle Wahrheit leiteſt, wie du durch dei⸗ nen Geiſt zu thun verſpro⸗ chen haſt Aber laß mich auch hoͤren, wenn du, Herr, redeſt, daß ich dir folge, und deinem Worte, wel⸗ ches Wahrheit iſt, nicht wiederſtrebe. Floͤſſe mir als einem unmuͤndigen Kinde, deine himmliſche Welsheit ein, und leuchte durch dein Wort und Geiſt
maͤchtig in meinem Her⸗
zen, daß ich nicht ſtrau⸗ chele noch falle. Schencke mir aus Gnaden den rech⸗
ken Unterſchied zwiſchen.
Boͤſen und Guten, jenes zu verwerfen, dieſes aber zu erwaͤhlen. Hilf mir aus allem Zweifelmuth, Jrrthum und falſchen Weg allzeit auf deine goͤttliche
Bahn, drauf auch die e
Thoren nicht irren moͤgen.
g be/ Lehre mich genau auf dei⸗ 1
ne goͤttliche Wirckungen in meiner Seele acht haben, daß ich deine ſuͤſſe Her⸗ tzens Stimme, o mein Heiland! kennen lerne, und von einer fremden wol unterſcheide O du ewiges
Wort des Vaters! ma⸗
che mir dein Wort ſuͤſſer, als alles. Segne mir alle Mittel, die mich zu dir, meinem Propheten, fuͤbren und weiſen. Laß dein Pro⸗ phetiſches Wort mir den hellen Tag und dich, den Morgenſtern, ſelber brin- gen, dein heilſamer Rath, dein Gebot, dein goͤttlicher Winck, dein freundlicher uſpruch ſey mir allezeit lebendig und empfindlich, bevoraus zur Zeit der Noth, wenn mit aller Troſt verſchwindet. Laſſe mir nicht mehr zu, nach mei⸗ nem Rath zu wandeln; gieb mich nicht zur Strafe dem eigenen Gutduͤncken mei⸗ nes Hertzens uͤber, noch meinen Einbildungen, ſon⸗ dern laß mich lediglich thun und laſſen nach deinem vollkommenen Wohlgefal⸗ len, und fuͤhre mich durch deinen Geiſt auf ebener Bahn. Sprich zu meiner Seele: es werde Licht!
ſo wird dein heller 4


