Druckschrift 
Geistliche und Liebliche Lieder, Welche der Geist des Glaubens durch Doct. Martin Luthern, Johann Hermann, Paul Gerhard, und andere seine Werckzeuge, in den vorigen und jetzigen Zeiten gedichtet, und die bisher in Kirchen und Schulen ... bekannt, ... gedrucket und eingeführet worden : Nebst einigen Gebeten und einer Vorrede von Johann Porst
Entstehung
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tritt unter ſeine Fuͤſſe, was hier die Welt erhebt. 2. Wer von dir moͤchte ſehen kur einen Blick, o Goc! wie wohl wuͤrd' ihm geſchehen, die Welt waͤr ihm ein Spott mit al⸗ lem ibren Weſen; ſo herr⸗ lich und ſo rein, ſo lieblich, ſo erleſen iſt deiner Augen Schein.

3. Den wahren Gott zu ſchauen, das iſt die Seeligkeit, und aller Him, mels Auen ihr ſchoͤnſtes Blumen⸗Kleid: wie war nach ſeinen Blicken der Abraham ſo froh! wie wuͤnſcht er zu erquicken ſich in dir A und O!

4. Sprach mit Triumph und Prangen der liebe Ja⸗ cob nicht: Ich habe Got/ tes Wangen und klares An⸗ geſicht geſehn, und bin 8 neſen; wie glaͤntzte Moſes Haut, als er bey Gott ge⸗ weſen, und ſeinen Mund

geſchaut? 5. Du reichlichſte Be⸗ lohnung der Auserwaͤhl⸗

af, ten Zahl, wie lieblich iſt

die Wohnung, da deiner Gottheit Strahl ſich of⸗

775!fenbarlich zeiget! o herr⸗

lich edler Tag, dem dieſe Sonne ſteiget, und ihn erleuchten mag.

6. O Licht, das ewig bren⸗ net, dem keine Nacht be⸗ wußt, das keinen Nebel ken⸗

„net! Geſellſchaft, reich an

Luſt, da Gott und Engel koſnen mit Menſchen uͤber⸗ ein, und ewiglich die From⸗ men geſegnet worden ſeyn.

7. Vollkommne Liebe

Aae bringet dort immer neue

Vom ewigen Leben.

775 Freud, aus em ger Lieb entſpringet ein' ew'ge Froͤ⸗ lichkeit. Gott ſelbſt iſt ſolche Wonne, iſt ſolcher Liebe Preis, iſt ſeiner Blumen Sonne, im bun⸗ ten Paradeis.

8. Sein Licht wird in uns leuchten, ſein Oel und Ho⸗ nig⸗Saft macht unſre Lip⸗ pen feuchten von ſeiner Staͤrcke Kraft; mit Weis⸗ und Schoͤnheit werden wir gantz erfuͤllet ſeyn, und ſpiegeln die Geberden in ſeinem hellen Schein.

9, Was wuͤnſcheſt du fuͤr Gaben? du wirſt ſie finden

dert, und in dir ſelbſten

haben den Reichthum fort und fort: Denn Gott, vor welchem Kronen und Per⸗ len Staub und Spott, wird ſelber in uns wohnen, und wir in unſerm Gott. 10. Wenn werd ich ein⸗ mal kommen zu ſolcher Freuden Quell? Waͤr lch doch aufgenommen und ſchon bey dir zur Stell! HErr Chriſte, nimm mein leben ſo lang indeſſen an, is ich dich ſelbſt erſehen, und recht beſchauen kann.

904. M. Valet will ich dir geben. rmuntert euch ihr Frommen, zeigt eurer

Lampen Schein, der Abend

iſt gekommen, die finſtre

Nacht bricht ein. Es hat

ſich aufgemachet der Braͤu⸗

tigam mit Pracht! Auf,

betet, kaͤmpft und wachet,

bald iſt die Mitternacht. 2. Macht eure Lampen

fertig, nud fuͤllet ſte mit Kk 4 f Oel,