2009 Deu
gegen hat der Norden mehr dürres Hai- e. und Sandland, als der Süden, ob- leich die Natur jene Einöden. wieder
urch fette Marschen entschädigt hat. Die Hauptgebirge sind im S, die ver- schiedenen Zweige der Alpen mit ihren Vorbergen, wohin man den Schwarz- wald, den Wasgau, die rauhe Alp, das Getische Gebirge rechnen mufs; im O. die Sudeten mit ihren Zweigen; in der Mitte-den Thüringer Wald u. den Fich- telberg; im N. den Harz; im W, den Westerwald. Drei Meere bespülen seine Küsten: im N W. das Deutsche, im N, O.das Baltische, im S. O. das Adriati- sche Meer; seine Hauptflüsse sind die Donau, der Rhein, die Elbe, die Oder und die Weser, welche mit der Ems u. Etsch unmittelbar die Meere erreichen; unter den Landseen verdient der Boden- see, der Chiemsee, der Dümmersee eine Erwähnung. Das Klima, unter den mittlern Graden der gemäfsigten Zone, ist sehr verschieden; im Ganzen aber gemälsigt und gesund, am mildesten giebt es sich in seinen mittleren Pro- vinzen, den Süden erhalten meistens Gebirge und Wälder rauh, obgleich auch in. offnern Thälern und Ebenen seibst Italienisches Klima ist. Der ebe- ne Nörden wird strichweise durch ste- hende Gewässer und Sümpfe, durch ‚Mündungen grolser Flüsse, und Seeluft feucht. Es besitzt sehr viele u. schätz- bare Produkte; aus dem Thierreiche vorzügliche Pferde, Rindvieh, Schaafe, Schweine, vieles Wild, Geflügel, Fische im Üeberflußs, Bienen; aus dem Pflan- genreiche Getraide, Obst, Wein, Holz, Flachs, Hanf, Tabak, Hopfen, Waid, Safran, Senf, Krapp, Sülsholz und Arz- neikräuter; aus. dem Mineralreiche Gold,,Silber, Kupfer, Btei, Zinn, Eisen, alle Halbmetalle, vielerlei nutzbare Mi- neralien, Salz, Steinkohlen, Torf, auch eine Menge warme Bäder und Sauer- brunnen.
Die. Binwohner gehören serschiedenen Nationen, ı) Deutsche, in Nieder- und Oberdeutsche getheilt, gegen 23.815,700 Individuen, 2) Slawen in verschiedenen Stämmen, als Wen- den und Soraben, Tschechen, Slawaken, Kassuben, Tschiken, Kroaten, zusam- men 4,790,000 Köpfe. Aulser diesen le- ben in dem Umfange Deutschlands zer- streuet 182,200 Juden, 127,000 Italiener u. gegen 70,000 Franzosen. Die Zahl der Städte beläuft sich auf 2,525, worunter
o mehr als 10,000 Bewohner zählen, der arktflecken auf 2,203, der Dörfer auf 101,472, und der Weiler und einzelnen Höfe auf 70,000, In Hinsicht der Reli- ie theilt sich die Gesammtmasse der ewohner a)in Katholiken, 15,027,000, b) in Lutheraner, 11,734,400, c) in Kefor- mirte, 2,050,000, d) in Juden, 182,200,®) in Herrnhuther, 25,000, f)in Mennoni- ten, 2,500, und Griechen 14000 Köpfe. In Hinsicht der Stände unterscheidet man Adel mit seinen verschiedenen Ah- stufungen, Bürger mit verschiedenen Vorrechten, und Bauern, meistens frei und nur noch in wenigen Staaten un- “ter dem Joche der Leibeigenschaft. im einigen Staaten bildet der Klerus einen besonderen Stand u. nimmt als solcher an der Lanästandschaft Theil.
Deutschland gehört unter die Län- der der Erde, die am leilsigsten und ‚sorgfältigsten augebauet sind, wenn schon nicht alle Zweige der Landwirth- schaft in den verschiedenen Staaten auf
y
zu zwei
' unbeschadet ihres Ranges,
Dänemark wegen Holstein,
Deu
einer und derselben Stufe stehen. We. nigstens in. Hinsicht des Acker-- und Bergbaues behauptet wohl Deutschland den Vorrang vor allen Nationen, wenn es gleich in Hinsicht der Viehzucht den Britten, des Weinbaues den Franzosen und der Fischerei den Niederländern nachsteht. Auch der Deutsche Kunst- fleifs ist von ungemeiner Wichtigkeit
und hebt sich von Tage zu Tage mehr: unter allen Arten von Manufakturen steht inde[s die'Leinewandmanufaktur oben an, auf welche die Wollen und Baumwnllenfabrikate folgen._ Berühmt ist auch Deutsches Porzelan, Eisen
Stahl, Gold- und Silberarbeiten, Glas: waaren,. Wachs, und selbst die Nür- berger Quincaillerien. Die vortheilhafte Lage Deutschlands in dem Mittelpnnkte von Europa, seine vielen schiffbaren Ströme und der Ueberfluls seiner Pro- dukte und Manufakturen befördern ei- nen ausgebreiteten Handel, indels nimmt es an dem Welthandel nur einen unbedeutenden Antheil, und seine Schifffahrt wird fast allein von der Hanse unterhalten.‘ Die Bilanz scheint
es im Ganzen gegen sich zu haben;. doch gleicht es das Fehlende durch sei-
ne edlen Metalle aus, und Dentschland
ist noch immer der geldreichste Staat
Europa’s..|
In Hinsicht des subjektiven Zustan-
des der Wissenschaften und Künste, ist die Masse derselben wohl schwerlich bei irgend einer, Nation. gegenwärtig gröfser, als bei den Deutschen, Wenn anch Deutschland in einzelnen weni-
en Fächern einem oder dem andern
ande nachstehen muls, wenn auch Ita- lien gröfsere Maler und Tonkünstler, Frankreich künstlichere Tanzmeister hat, so sind diefs Vorzüge? die Deutsch- land durch mehrere andere, besonders im Fache des Nützlichen, ausgleichen kann. Gelehrte Kenntnisse und Wissen- schaften sind hier’verhältniflsmälsig mehr, als in irgend einem Lande, ver- breitet. Dabei ist es auch unläugbar, dafs verhältnilsmäfsig keine Nation ih-
-ren wissenschäftlichen Ruhm weniger
einem unmittelbaren Aufwande oder ausgezeichneten Aufmunterungen der Grofsen zu verdanken hat, als die Deut- schen, die sogar unter dem Drucke der 'Vorurtheile ihrer Fürsten sich empor- arbeiten mufsten. Auch hat Deutsch- land sowohl zum ersten Unterrichte der jüngern Menschheit, als auch zur Auf- rechthaltung und Beförderung höherer Kenntnisse und Geisteskultur überaus mannichfaltige Einrichtungen, die jetzt unstreitig für die ersten in Europa gelten. R Deutschland bildet gegenwärtig el- nen Föderatirstaat, den die souveränen Fürsten und freien Städte unter sich geschlossen haben, und dessen Zweck ist: Erhaltung der äufsern und innern Sicherheit Deutschlands und der Unab- hängigkeit und. Unverletzbarkeit der einzelnen Deutschen Staaten. AlleBun- deszlieder haben als solche gleiche Bechte, und werden durch eine Bundes- versammlung vorgestellt, in weicheralle ‚Glieder desselben durch ihre Bevoll- mächtigten theils einzelne, theils Ge- sammtstimmen folgendermalsen, jedoc führen: ı)
Oesterreich, 2) Preufsen, 3) Baiern, 4) Sachsen, 5) Hanover, 6) Würtemberg 7) Baden, 8) Kurhessen, 9) Hessen,_10) ' ı1) Nieder-
En aan


