Teil eines Werkes 
3 (1728) Thesaurus Sanitatis
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8 Roͤmiſche Neſſel.

Worinn de, rer bren⸗

nende Kraft

beſtehet.

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Neſſeln.

Die Roͤmiſche Neſſel i an der Wur⸗ tzel der gemeinen gleich, hat aber ſteiffigte

Stengel und tleffer gekaͤrbte, und mit brennen⸗

den Stacheln beſetzte Blaͤtter. Der wie bein, Saamen geſtalte Saame waͤchſet in rundten ſtachlichten Kugeln beyſammen, das gantze Kraut uͤberſteiget faſt eines Mannes Lange. Es wird aber gemeiniglich dafuͤr gehalten, dieſer drey Neſſeln brennende Krafft komme von einem Sale cauſtico, oder brennenden Saltz her, welches von Helmontio Meſſel⸗ Salz geneunet wird; aber Friedrich Hofmann iu Clave Pharmaceutica Schroderiana p. m. 369. berichtet: So man die Natur der Sache recht betrachtet, ſo findet ſich dero Eigenſchafft gantz anders: offenbar iſt, daß von fuͤrtreflichen Medicis die Meſſel wider die Bruſt und Lun⸗ gen⸗Kranckheiten, in welchen man alle dren⸗ nende und ſcharffe Artzeneyen verbletet, gelo⸗ bet werden; Ferner ſiehet man durch das Mi⸗ croſcopium an der gantzen Neſſel kleine Doͤrn⸗ lein, wie eine dreyſpitzige Madel geſtaltet, wel che ſo man ſie antuͤhret, an der Haut ſolches

Jucken verurſachet. Andere ſchreiben die bren⸗ nende Krafft der Neſſel nicht den Nadeln oder Angeln zu, ſondern vielmehr einem durchſchel⸗

nenden Safft, mit welchem dieſe Doͤrnlein umgeben ſind, ſolcher Safft werde auch durch das Microſcopium an denen Neſſelblumen geſehen, ſo man nun ihn aus drucke loſſe ſich das

Kraut ohne einige UIngtlegenheit anrühren. e 1

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