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aus gesehen haben, wie anspruchslos und ohne Anmassung chemischer Weisheit ich die mir vorgekommenen Thatsachen mittheilte. Sie fügen nun einen Nachsatz hinzu, in welchem, wie ich glaube, Anfang und Ende zusammengehören und nur deshalb auseinander gerissen sind, damit es scheine, als hätten Sie den darin gezogenen Schluss nicht selbst gemacht, sondern der Leser. Für Ihre Belehrungen, die in der Mitte stehen, bin ich Ihnen sehr dankbar, aber Sie hatten ganz Unrecht, diese an mich zu wenden, an einen vier Jahre alten Aufsatz von mir anzuknüpfen, besonders da ich seitdem über densel- ben Gegenstand schon mehrere andere Arbeiten publicirte, in welchen ich besonders grade das, was ich von Ihnen gelernt, so gut ich es aufzufassen verstand, auf ein Thema anwendete, wozu, wie ich glaubte, die Chemiker, anderweitig beschäftigt, vorläufig keine Zeit hätten, ein Gegenstand, den ich wenigstens
versuchte nach besten Rräften in Ihrem Geiste fortzubilden.
Der Anfang Ihrer Bemerkungen zu meinem Aufsatze ent- hält nämlich folgende Stelle:
„Das Verhalten des lods gegen Amylon in seinen ver- schiedenen Zuständen der Löslichkeit, so wie die Farbe der Verbindung selbst, welche ganz dieselbe ist, wie die des lod- dampfes, schien den meisten Chemikern auf einer ähnlichen Ursache zu beruhen, wie das Gefärbtwerden von Pflanzen- und Thierstoffen, von Leinwand-, Baumwollen- und Seidenzeu- gen, deren Oberfläche sich mit Farbstoffen verbindet und ge- färbt erscheint, ohne eine im eigentlichen Sinne chemische Ver- bindung zu bilden. Den meisten Chemikern also schien das lodamylon nichts anderes zu seyn, wie Amylon gefärbt durch Iod. Die Farbe selbst gehörte ihrer Ansicht nach dem Iod an.“
Das Imperfectum, dessen Sie sich hier bedienen, kann, wenn es Sinn haben soll, nur auf die Zeit meines Aufsatzes bezogen werden, und dann ist es eine entschiedene Unwahr- heit. Zur Zeit, als ich jenen Aufsatz schrieb, sahen die mei-
sten Chemiker, Fritsche, Berzelius, Mitscherlich u. A. das Iod-
amylon für eine ächte chemische Verbindung an, keiner zwei- felte daran, dass lod eines der sichersten Erkennungsmittel


