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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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vnnd bewahre/ ſo muß es ingewiſſen regulis vnnd præceptis gefaſſet ſein. Derſelben gibt der Geyſkreiche Mann Syrach etliche in vorgeleſenen wor⸗ ten/ deren die:. betrifft/ die Kinderzucht/ vnd Berahtung der Haußtoͤchter⸗ vnd gehet die Eltern vornemblich an.

ten ſoll.“ b Das dritte/ die Kinder/ wie dieſelbe ſich gegen jhre Eltern erzeigen ſol⸗

len. Dieſe drey Puͤnctlein wollen wir nach Anweiſung deß vorgeleſenen

Texts bey Einleitung Junger Ehe Leute in der Furcht deß Herꝛn betrach⸗ ten/ der woͤlle vns darzu ſeines H. Geyſts gnade reichlich verleyhen/ Amen.

Der ẽrſte Theyl. Erklaͤrung des Texts.

„ ihn den Halß von Jugend auff. Diß ſtuͤck betrifft die Kinder⸗ zucht/ welche den Eltern zum Hoͤchſten ſoll angelegen ſein. Dann

weil eine ſolche Liebe in die Hertzen der Eltern gepflantzt iſt/ das kein frommer

Vatter vnd fromme Mutter iſt/ die nicht gern ſehen/ daß jhre Kinder/ da⸗ mit ſie von Gott geſegnet ſeind/ wol thun/ vnd ſie an jhnen Frewde erleben moͤgen ſo wird je von jhnen erfordert/ daß ſie dieſelbe bald von jhren Kindtli⸗ chen Tagen an zur Gottſeligkeit vnd Erbarkeit aufferziehen. Vnnd dieweil die Kinder/ bevorab die Knaben pflegen muthwillig vnd hartneckig zu ſein/ ſollen ſie jhnen den Halß beugen von Jugendt auff dasiſt einen guten Ernſt gegen ſie brauchen/ darzu zun Zeiten auch die Rute vnd zwang gehoͤret.

Dann zu gleicher weiſe wie man ein Baͤumlein/ wans noch Jung iſt/ ond ſich zur kruͤmme/ oder allzuweit auff eine Seite neygen will/ kan beu⸗ gen vnd ſerecken/ alſo verhelt ſichs mit der Jugend auch.

Darnach ſpricht Syrach: haſtu Toͤchter/ ſo bewahre jhren Leib/ vnd verwehne ſie nicht. Diß præceptum vnd Haußregul betrifft Toͤchter ond Maͤgdlein. Dann weil dieſelben ſehr zur Leichtfertigkeit Geyl⸗ heit vnd Frechheit geneygt ſeind/ vnd die Nachſtellung Junger Geſellen faſt gemeyn/ ſo iſt da guter Sorge vnd Auffſicht vonnoͤthen/ damit jhr Leib in guter Zucht vnnd Schamhafftigkeit bewahret werde. Ja eines Ernſtes iſt vonnoͤthen. Da im Teutſchen Text ſtehet/ ver wehne ſie nieht/ leſen wir in

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9— Oreyſſigſte Hochtzeit Predigt. 295 ſtellet vnd gefuͤhret werden/ damit er durch ſeinen Segen das Hauß bawe

Die 2. den Hauß⸗Vatter/ wie er ſich gegen ſein liebes Weib verhal⸗ 8

Aſtu Kinder/ ſpricht der weiſe Mann/ ſo zeuch ſie/ vnnd beuge