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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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29o9 Von Keuſchheit vnd Hurerey

len ſie hinwider gewarnet vnd abgehalten ſein von dẽ ſchandtlichen Laſter der Hurerey/ dardurch ein Menſch veronreiniget wird/ Matth. 5. ſuͤndige an ſei⸗ nem eygnen Leib vnd ſchaͤndet denſelben/ raubet das/ was Chriſtus tewr er. kaufft/ macht die Glieder Chriſti zu Hurenglteder/ wird mit der ſchandtli⸗ chen Huren ein Leib/ vnd vervnreiniget den H. Geyſt ſeinen Tepel /1. Cor. 6.

Er bringt ſich vmb ſein eygne Ehr/ darfuͤr Salomon warnet/ Prov. z. Nahe dich nicht zur Huren/ daß du nicht frembden gebeſt deine Ehr/ zieh⸗ let er Kinder mit jhr/ ſo zeugen dieſelben die Tage ſeines lebens von ſeiner Boßheit/ Sap. 3. Vnd ſollen nach Gottes Verordnung zu keinen gemey⸗ nen Aemptern kommen/ Syrach. 24. Deut. 23. vnd ſeind alſo gantz vnſelige Leute. Es ſey dann daß Gott einen oder den andert nach ſeiner grundloſen Barmhertzigkeit ſonderlich herfuͤr ziehe vnd mit Gaben ziere/ daß ſie durch⸗

reiſſen vnd etwas vornehmes werden/ wie das Exempel Jephtæ außweiſet/

Ind. 11. Hebr. 11. b Ach was bringt ſich mancher vmb Haab vnnd Gut durch Gemeyn⸗ ſchafft mit den Huren/ wie der verlohrne Sohn das ſeine mit den Huren

hat verſchlungen/ vnd hernach in der Tewrung mit den Sewen die Treber

eſſen muſte/ Luc. 1z. Dann wer mit Huren ſich nehret/ der kompt vmb das ſeine/ ein Hur bringt einen vmbs Brod/ Prov. 6. Auch bringt einer durch Hurerey ſich vmb ſeine Geſundheit vnd feine Leibs Geſtalt/ daß er ein Heß⸗ lich Frantzoͤſiſch Angeſicht bekompt/ die ſich an Huren hengen/ ſpricht Syr. 19. kriegen Motten vnd Wuͤrm zu lohn/ andern zum mercklichen Exempel/

er bekompt die Frantzoſen/ ſagt D. Luther am rand/ Leuſe vnd andere Bett⸗

lers Kranckheit.

Zu dem iſt Hurerey ein ſolches Laſter/ daß weltliche Obrigkeit nicht gedulden/ ſondern ſtraffen ſoll. Dann Gott ernſtlich verbotten das kein Hur

vnter den Toͤchtern Iſrael ſein/ vnd kein Hurer vnter den Soͤhnen Iſrael/

Deut. 23. Als die Thamar auß Hurerey Schwanger worden/ ſprach jhr

Juda bald das Vertheil: Bringt ſie herfuͤr/ daß ſie verbrand werde/ Gen. 38.

Wann aber weltliche Obrigkeit ſchlaͤfft/ vnnd Huren vnnd Buben durch die Finger ſiehet/ weil ſie etwan ſelbſt mit ſolchem Laſter befleckt/ ſo pfle⸗ get Gott die Hurer/ ja Land vnnd Leur zu ſtraffen. Sichem/ weil er die Di⸗

nam Jacobs Tochter zu Fall bracht/ wird von Simeon vnnd Levi ermor⸗

det/ Gen. 8. V

Simri wird mit ſeiner Midianitiſchen Huren im Hurenwinckel von

Pinehas mit einem Spies durch den Bauch durchſtochen/ vnnd ſkaff⸗ 1 Gott

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