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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Acht vnd zwantzigſte Hochtzeit Predigt. 177 Dargegen iſt hoch vonnoͤthen/ daß die Krche Gottes von dieſem Standtofft vnd vielmahls auß Gottes wort vnterꝛichtet werden/ damit die Leute lernen/ hoch vnd wol davon halten. Nun hoͤren wir offt/ daß Gott ſelbſt den Eheſtandtim Paradeyß im Stand der Inſchuld eingeſetzet/ da er ſelbſt iſt der erſte Brautfuͤhrer vnd gleich Prieſter geweſen/ der dem Adam

die Evam ſo er auß ſeinen Rieben gebawet/ an die Hand gegeben.

Nach dem Fall hater ihn beſtaͤttigt/ vnd mit Leibsfeuͤchten geſegnet/ Geneſ. 5. 9. Der Her: Chriſtus widerholet im Newen Teſtament die Ehe⸗ ſtifftung/ da er bezeugt/ daß Moyſes den Juden den Brauch jhren Weibern Scheydbrieff zu geben/ vnd ſie von ſich zu laſſen zugelaſſen/ ſolchs ſey vmb jh⸗

rer Hertzen Haͤrtigkeit willen geſchehen/ von Anfang aber ſey es nicht alſo

geweſen/ ꝛc. Matth. 19. Allhie zieret der Her: Chriſtus die Hochneit mitei⸗ nem trefflichen Wunderwerck. Die Apoſteln haben dieſen Stand gezieret mit trefflichen ſchoͤnen Spruͤchen: Die Ehe ſoll ehrlich gehalten werden bey allen/ vnd das Ehebett vnbeſleckt/ Hurer aber vnd Ehebrecher wird Gott richten/ Hebr. z. Ein Weib kan durch Kinderziehlen/ in dieſem Standt) ſe⸗ lig werden/ wann ſie bleibt im Glauben/ in der Liebe vnd in der Heiligung ſampt der Zucht/ i. Limothzʒ. b In dieſem Standt haben die heiligen Patriarchen/ Noe/ Abra⸗ ham/ Iſaac/ Jacob/ Joſeph ꝛc. gelebt/ die heilige Ertz⸗ Muͤtter/ die ihre Hoff⸗ nung auff Gott geſetzt/ j. Petr. 2. Item/ Prieſter/ Propheten/ Apoſteln/ viel Biſchoſſe vnd heilige Maͤrtyrer/ vnd haben dariñ Gott gefallen. Spiridion

ein heiliger Biſchoff hat ehelich gelebt ond Kinder gehabt/&ramen non

fuir, u dea aeerr, das iſt/ er iſt darumb in Gottes Sachen nichts⸗ wertigers geweſen. Nyſſenus iſt ein Ehe⸗ Mann geweſen/ vnd hat in andern Sachen ſeinem Bruder Baſilio nichts nachgegeben. Nazianzenus ach⸗ tet ſich das ruͤhmlich ſein/ daß er einen beweibten Biſ choff zu einem Vat⸗ ter gehabt. Was Mantuanus vom Biſchoff Hilario ſchreibt/ iſt anderswo angezogen. Syneſius ein beweibter Biſchoff wolte nicht heimlich mit ſeinem Weibe leben/ vnd der Ehe nicht geſtaͤndig ſein/ ſondern ſagte/ er woͤlle mit ſei⸗ nem Weibe frey vngeſchewet ehelich leben vnd Kinderziehlen/ die Gottes Diener weren.

Es hat auch der heilige Geyſt nicht verſchwiegen den groſſen Nutzen dieſes Stands/ als daß ein Menſch an ſeinem lieben Ehe⸗Gatt ein Ge⸗ huͤlffin hat/ darumb der Prediger Salomon ſagt: Wehe dem Menſchen der allein iſt/ wann er faͤllet/ ſo hat er keinen der hn auffhilfft. Daiſt das

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