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Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Bader einen Heller geben.

27² Von Hauß⸗Loͤwen vnd Wuͤtrichen

Paulo zun Epheſ.6. vnd Col. 3. Wie ſie jhren Herꝛn dienen vnd auffwarten ſollen/ den moͤgen ſie leſen oder jhnen leſen laſſen. Der Ander Theyl

eandere Haußregul iſt Dein Handt ſoll nicht jmmer auff⸗

Dgethan ſein zu nehmen/ vnnd zugeſchloſſen ſein nimmer zu

— Sgeben. Dieſer Text iſt gerichtet wider die Geitzigen/ Meoréuras,

vnd Gierbantzen/ denen jmmer der vnerſaͤttliche Rache auffſtehet/ vnd die

Haͤnde auffgethan ſeind zu nehmen/ aber zu geben vnd mitzutheilen ſeind ſie vnwillig. Auff ſolche Meynung fuͤhret S. Paulus deß HEeRRR Chriſti

Spruch: Es iſt ſeliger geben dann nehmen/ Actor. 20. So diſputiert der

Heydniſche Philoſophus Ariſkoteles/ daß die Freygebigkeit mehr beſtehe im

geben als im nehmen/ 4. Eth. ad Nicomach. cap.⁊.

1. Kſo trifft nun dieſe Haußregul erſtlich die allzukargen Hauß⸗Vaͤt⸗ ter vnd Hauß⸗Muͤtter/ wie auch andere geitzige/ ſo gleich ſeindt den Sanguiſugis, oder Eygeln/ die/ wie in Sprichwoͤrtern am z0. Cap. geſchrieben ſtehet/ zwo Toͤchter haben: Bring her/ Bring her.

Die gern ſehen/ daß das Geſuͤnde viel erarbeitet vnd viel guts zu Rath brin⸗

ge/ aber ſie geben nicht gern/ lohnen vbel/ ſehen lieber arbeiten als eſſen.

Ein ſolcher karger geitziger Filtz war der Laban/ dem hatte Jacob mit allen kraͤfften gedienet/ deß Tags war er verſchmachtet fuͤr Hitze/ vnnd deß

Nachts fuͤr Froſt/ vnd war kein Schlaff in ſeine Augen kommen/ noch hat

jhn Laban gereuſcht/ vnd jhm zehenmal ſeinen Lohn veraͤndert/ Gen. 31. Ein

ſolcher Filtz war auch der reiche Nabal der viel ingenommen/ aber den abge⸗ ſandten Juͤnglingen Davids verwegert er ein Ritterſtewr zu geben/ 1. Sa⸗ muel. 25. Es ſchreibt Plutarchus/ vom Simonide/ daß er habe pflegen zu ſagen/(wie wol ſchertzlich) er habe zwo Kiſten zu Hauſe/ in deren eine lege er ſein Gelt/ daß er innehme/ in die andere aber den Danck/ denen jhm die Leu⸗ te geben/ jene Kiſte war jmmer voll dieſe aber gantz lehr. Das war ein Anzey⸗ gung/ daß er jmmer hat ein auffgethane Hand gehabt zu nehmen/ vnnd ein zugeſchloſſene Hand gehabr nimmer zu geben wie er dann iſt ein geitziger

Poet geweſen. Dieſe geitzige werden bey den Griechen mit heßlichen Na⸗

men genennet kouroreis, Kuͤmelſchneider/ euεαςνòαďν, die nicht einem

II. Zum

ander heran hre