Druckschrift 
Zwe und dreyssig Hochzeitpredigen über Außerlesene Sprüch der Schrifft, Alten und Newn Testaments, bey Fürstlichen, Gräfflichen, Adelichen und anderer vornehmer und Ehrlicher Leute Hochzeitlichen Ehrentagen am SCasslischen und Marpugischen Fürstlichen Höfen, so dann auch bey der Universitet zu Marpug und Giessen gehalten und auff vielfaltiges begeren in Druck gegeben Durch / Johannem Winckelmannumg, der H. Schriff Doctorem und in der Universitet zu Giessen Professorem , Pfarheren daselbsten und des Oberfürstenthumbs Hessen Darmbstatischen theyls Superintendenten
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Mier dte Hochtzeit Predigt. 37 flut faſt mehrertheyls das Kraut auff dem Felde vnd allerley Gewaͤchs der Erden geſſen. Haben ſie auch Fleyſch geſſen/ ſo iſts wenig geweſen/ ohne das kurtz fuͤr der Suͤndtflut auch der luxus vnd vbermaß in eſſen vnd trincken vberhandt genommen/ wie daher dieſelbe Zeit der Herꝛ Chriſtus mit dem ende der Welt vergleicht/ Luc. 17. Da er ſpricht: Sie aſſen/ ſie truncken/ ꝛc. darmit ſie auch die Straff der Suͤndſiut vervrſacht.

Alld ieweil ſie nun fuͤr der Suͤndflut alſo maͤſſig gelebr/ vnd dz Kraut auff dem Felde geſſen/ ſeind ſie Kebhafft geweſen. Alſo iſt noch das Leben/ das beſte/ wann man maͤſſiglich lebt/ vnd die Natur/ die mit wenigen zu frieden iſt/ nicht vberladet. Nach dem aber der luxus vnd vberfluß in eſſen vnd trin⸗ cken hochkommen/ ond die Leute mit mancherley Fleyſch vnd Getraͤncken/ mit außlaͤndiſchen Weinen ſich vberfuͤllen/ erfolgt darauß viel Vnheyls. Der Leib wird vberladen/ die Kraͤfften deß Gemuͤhts werden geſchwaͤcht/ haalerle Kranckheiten vervrſacht/ vnnd freſſen vnd ſauffen ſich die Kute in die Helle.

Derowegen wann Adam vnſer erſter Vatter hette ſollen zu vns Deut⸗ ſchen kommen/ vnnd vnſern lurum, freſſerey vnd ſaufferey ſehen/ wuͤrde er dargegen erſtarꝛen/ vnd etwa ein eſſen Krauts oder Ruben fuͤr ſolches alles erwehlen. Weil dann Gott es nach dem JFall vnſerer erſten Eltern alſo ver⸗ ordnet/ du ſolt das Kraut auff dem Felde eſſen/ ſollen arme Leute vnnd andere/ die etwa nicht eben den Vollauff haben/ dannoch darmit zu frieden ſeyn/ mit Brod/ Saltz einem eſſen Krauts/ trunck Wa ſſers/ in betrach⸗ tung dieſer verordnung Gottes/ alſo Patientz halten/ wie der 37. Pſalm ſagt: Das wenige/ daß ein Gerechter hat/ iſt beſſer dañ das groſſe gut vieler Gottloſen. Item es iſt beſſer ein Gericht Kraut mir lieb/ dann ein gemeſter Ochs mit Haß/ Proverb. 1..

V. Wir haben noch vbrig den endlichen Sententz: Im Schweyß dei⸗ nes Angeſichts/ ſoltu dein Brod eſſen/ biß daß du wider zur Erden wer⸗ deſt/ darvon du genommen hiſt. Dann du biſt Erden/ vnd ſolt zur Erden werden. Da werden wir erinnert vnſers Vrſprungs vnd Endts/ Pulvis& umbra ſumus. Das iſt vnſer Vrſprung/ du biſt Erde/ ſolt zur Erden werden. Alles Fleyſch zerſchleuſt wie ein Kleyd/ iſt der alte Bund: Menſch du muſt ſterben/ Syr. 14. Diß iſt der Weg alles Fleyſches/ 1. Reg. 2. Es iſt allen Menſchen aufferlegt eynmal zu ſterben/ darauff folge dann das Gericht/ Hebreor.). Was erhebt ſich dann nun die arme Erde vnnd

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