256 38. Route: Stolberg(im Südharz).
Die alte Stadt, malerisch Häusern in mittelalterlicher
auf die Neuzeit überkommenes
an die Berge gebaut, mit ihren
Holzkonstruktion, scheint ein Stück Mittelalter zu sein.
Manchen hochinteressanten, altertümlichen Fassaden begegnet
man. Da ist das 1454 bzw.
novierte Rathaus am Markt mit
1482 erbaute, 1600 und 1891 re-
drei Stockwerken ohne Treppen.
(Die Front zeigt das Stadtwappen, von Pallas und Themis ge- tragen, sowie eine Sonnenuhr mit lateinischer Inschrift und der Jahreszahl 1724.) Das Fürstliche Konsistorium, früher Kanzlei und Münze genannt, ist 1535„am tage gots und Kilians“
erbaut.
Geschichtllcnes. Das Schloß soll Anfang des 13. Jahrh.(1201— 1210) erbaut worden sein. Der Ort erhielt, um 1300 Stadtrechte. Schon vor 1200 wurde die Kirche St. Martini erbaut- Die Grafen von Stolberg erwarben im 14. und 15. Jahrhundert die um- liegenden Burgen und Güter durch Kauf und Heirat. Kämpfe hatten
sie im 15. Jahrhundert mit den Herren von Schwichelde zu bestehes. In demselben Jahrhundert wüteten die Flagellanten im Harz; 30 der-
gelben wurden 1455 in Stolberg hin-
gerichtet.— In Stolberg wurde der Bauernführer Thomas Münzer 1489 geboren.
Neben dem Rathause am Markte führt eine Treppe nach der zu Anfang des 14. Jahrhunderts erbauten, neuerdings re-
staurierten St. Marlinikirche.
Hier predigte Luther, vom Grafen
Botho dem Glückseligen berufen, im Jahre 1525 gegen die auf- ständischen Bauern(s. Tafelinschrift an der Lutherbuche). Schöne Orgel und gemalte Chorfenster.— Hinter der Kirche am Schloßbergwege liegt die 1477 erbaute Kapelle Bealae Mariae Virginis.— Die Pröffnung ger Bahn bis Rottleberode im Jahre 1890 brachte Industrie und Baulust. Die Fortsetzung der Bahn
bis Stolberg wird angestrebt. Morgen. größter Mannigfaltigkeit. wege ist vorzüglich.
Fürstlicher Wald beträgt 25 000 Paher viele lange und schöne Waldpromenaden in Die Wegebezeichnung der Wander-
Das Schloß Stolberg(375 m), die fürstliche Residenz, liegt
oberhalb der Stadt. Stadt ist sehr lohnend.
Man steige auf neben der Marlini- virche und von den drei Stühlen an der unteren Allee mit Kugel- Hainbuchen hinab nach dem Schülzen-
Die Aussicht von hier aus über die
haus, von da über den gegenüber- liegenden Tlergarten auf der„neuen Promenade“ und Lutherbuche(s. S. 257) ins Tyratal oder direkt zum Markt.
Wegen Besichtigung des Schlosses und Parkes wende man sich an den Torwart, welcher, in mittelalterliches Kostüm in stolbergischen Farben gekleidet, eine Hellebarde in der Hand,
im innern Schloßhofe steht. lieben.
Trinkgeld für Führung nach Be-


