Die Entstehung der Trappe erklärt Klopstock: „Druiden haben und Barden, mit erobertem Felsen gehauen das einzige Mal Der Urjahrhunderte Deutschlands, Den Huf des heiligen Weißen
Rosses.“ begeisterte Barde trat in den Umkreis Des nachgebildeten Hufes, und so durch die Weihe Der Götter geweiht, weissagt er aus des stürzenden Baches Mannigfalter Welle die Wechsel der fernen Tage.“
Der ganze Berg, welcher den Roßtrappefelsen trägt, weist Reste vorgeschichtlicher Befestigung auf und ist durch zahlreiche Gräber- und andere Funde aus der Heiden- zeit unsres Volkes ausgezeichnet, wovon viele im Hotel zur Roßtrappe aufbewahrt sind. Daß die Trappe von Priestern eingehauen ist, daß sie eine gottesdienstliche, dem Gott Woutan geweihte Stätte war, ist nicht erwiesen.
Die Sage berichtet:
Der im Böhmerwald hausende Bodo verlangte die Ecs c hter Brunhilde vom Riesen- gebirge zur Gemahlin. Das Riesen- fräulein verabscheute jedoch den rohen, ungeschlachten Bodo und wußte geschickt allen Nachstellungen
Eisen, in den
„Der
desselben zu entgehen. Als Brun-
einst auf ihrem Riesenroß einen Spazierritt auf der Schnee- koppe machte, erblickte sie zu ihrem Schrecken den gefürchteten Berggeist Bodo, welcher sie ver- folgte. Brunhilde flüchtete durch
das Thüringerland und kam bald an die Grenze des Harzgebirges. Bodo jedoch, dessen Pferd meilenlange
2. Route: Von Thale nach Treseburg.
Fluren ebenfalls in einer Minute übersprang, jagte der Geliebten nach und hatte sie bald eingeholt. Plötzlich stutzte das Pferd Brunhildes, es stand auf der Platte des Hexen- tanzplattes. Mehr als 300 Meter ging, senkrecht wie ein Turm, die Felsenmauer hinab zum grausigen Abgrund. Tief unten hörte sie das dumpfe Brausen des Stromes, der hier in einem furchtbaren Wirbel sich dreht. Schon reckte Bodo seine
Hand aus, um die Flüchtige vom Pferd zu reißen, als sie in der Verzweiflung mit solcher Gewalt
über den schaurigen Abgrund nach dem entgegengesetzten Felsen setzte, daß ihr Kiesenroß seinen Fuß tief in das harte Felsgestein schlug. So heftig war der Anprall, daß die stiebenden Funken wie Blitze das ganze Land erhellten. Bodo, im Nachsetzen begriffen, hatte bereits die goldene Krone Brunhildes er- hascht, stürzte jedoch, da er den Abgrund nicht sah, in den reißenden Bergstrom und versank mit der kostbaren Krone in die Tiefe. Man gab danach dem Fluß den Namen „Bode“.
Literatur. Die Roßtrappe. Nach einer Sage aus dem Harzgebirge von Dr. Maæx Oberbreuer. 75 Pf.
Zwei alte, interessante Schriften, Erinnerung an die Roßtrappe, eine Beschreibung ihrer erhabenen Natur- erscheinungen und Erzählung der sich daran knüpfenden Volkssagen. 1832. Preis 50 Pf.
Die Roßtrappe und das poetisch geschildert von Fr. Gutsmuths. Preis 1 Mk.
Sämtliche Schriften sind in Stolles Harzverlag, Harzburg, erschienen.
Sagen aus dem Bodetal. Aus Stolles Harzsagen. 10 Pf.
Bodetal, IWälh.
Die Aussicht von der nahen Olbergshöhe auf den Hexen- tanzplatz und Lavières Höhe ist zwar romantisch, doch minder interessant als von der Roßtrappe.
Vom Aussichtspunkte gelangt man in 10 Min. durch den
Wald(Wegweiser) zum Hotel zur Roßtrappe. Hause.
Prächtiger Blick in die Ebene.
Mit Veranda und 600 m langer Terrasse vor dem
Sehr besucht. Gut. Fuhrwerk.


