1. Route: Thale.
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Hier befinden sich das neue Kurhaus mit herrlichem Wald- park, ein Museum sowie beide Bahnhöfe, die ebenfalls neue Kirche St. Petri in den Parkanlagen an der Hubertusstraße und am Eingang des Bodetals die malerisch gelegene katholische Kirche. Ein neues Kriegerdenkmal schmückt die Anlagen vor dem Hotel
Zehnpfund.
Das Denkmal trägt die Inschrift: erblüht der heilige Friede, nur aus Heldenmut die Macht.“
„Nur aus Streit Der
alte Ort Thale liegt sehr langgestreckt auf der linken Seite der
Bode.
Geschlchtliches. Der Ort, früher zur Grafschaft Reinstein gehörig und entstanden aus Wendhausen, Walddalen und Bährensdorf, kommt zum ersten Male nachweislich in einer Urkunde von 1046 vor, obschon das alte Kloster Wendhausen, welches in den Bauernkriegen zerstört wurde, weit älteren Ursprungs(ca. 800) ist. In der Geschichte spielen die Herren von Dale und von Steuben lange Zeit— erstere bis 1643— als Lehns- mannen der Grafen von Reinstein eine Rolle. Die alte Burg Thale (Schloß Wendtal), wahrscheinlich zum Schutz des Klosters Wend- hausen erbaut, scheint 1365 bereits zerstört gewesen zu sein. Der Ort hatte im 30 jähr. Krieg und auch sonst viel von Truppendurchzügen zu leiden und konnte sich lange Zeit nicht erholen, zumal sich oben- drein Preußen und Braunschweig lange um den Besitz der Herrschaft stritten. Erst durch das Emporblühen der uralten Hütte begann ein ge- wisser Wohlstand einzutreten.
Das Eisenhüttenwerk Thale A.-G. beschäftigt ca. 5000 Arbeiter. Es verfertigt hauptsächlich emaillierte und verzinnte Geschirre, besitzt große Stabeisen- und Blechwalzwerke, be- deutende Eisengießerei(Spezialität: Badewannen), ferner Maschinenfabrik und Achsenschmiede. Neuerdings hat das Werk auch die verschie- densten Lieferungen für Armee und Marine. Die Besichtigung wird nicht gestattet.
Als Sommeraufenthalt kommt Thale nunmehr auch für kranke Leute und Naturschwärmer in Aufnahme, die einerseits die Sole des Hubertus- brunnens zum Baden benutzen,
andrerseits sich an der herrlichen Gebirgsszenerie des Bodetals er- freuen.
Das Solbad Hubertusbad(von den Bahnhöfen 5 Min.) liegt neben der Brauerei auf einer Insel der Bode, unmittelbar am Eingang des Bode- tals. Das Bad war schon im Mittel- alter als heilkräftige Solquelle bekannt und wird namentlich in neuester Zeit wieder stark frequen- tiert. Ausführliche Beschreibung über die Wirkungen der Quelle verendet die Kurverwaltung kosten- rei.
Jetzt ist Thale Sommer und Winter hindurch ein Gebirgsluftkurort ersten Ranges, der in jeder Beziehung mit Schierke und Harzburg konkurieren kann und jährlich von ca. 250 000 Per- sonen aufgesucht wird.
Der Winterverkehr spez. Winter- sport ist sehr in Aufnahme gekommen, die neu angelegte, über 4000 m lange Rodelbahn im Steinbachtal wird wöchentlich von Tausenden besucht, da der Harz eine solche Bahn nicht weiter aufzuweisen hat. Dazu kommen die günstigen Bahnver- bindungen nach allen KRichtungen, die selbst im Winter eine schnelle Verbindung gewährleisten.
Die Legitimation Thales als Kurort beruht auf den Faktoren Wald-
klima, Gebirgslage, Heilquelle und deren zweckentsprechenden Kom- binationen. Die Lufttemperatur der
den am rechten Bodeufer befind- lichen Bergen unmittelbar vorge- lagerten Partien ist im Sommer bis zu 5% durchschnittlich kühler und im Winter um fast ebensoviel wärmer als die der weniger gegen Sonne und Wind geschützten örtlich-


