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1. Eintrittsroute: Berlin— Potsdam-— Magdeburg— Halberstadt. 43
Das Schloß, aus dem 14. Jahrhundert stammend, einst Sitz der Abtissinnen des Stiftes Quedlinburg, liegt, ebenso wie die Schloßkirche, auf einem Sandsteinfelsen 155 m üb. M.
Eintritt. Meldung beim Kastellan, im Hof links. Keine feste Eintrittsgebühr,
beliebig.
Im Schloß ein beachtenswertes Altarbild im Rokokostil, ein Abend- mahl darstellend, von einem unbe- kannten Meister des 17. Jahrhunderts. Beachtenswert ist das Skatzimmer Friedrich Wilhelms IV. sowie das Abtissinnenzimmer. In der reichen Bildnisgalerie des Schlosses sind
bemerkenswert ein Bildnis der Gräfin Aurora von Königsmark, der Geliebten Augusts des Starken von Sachsen, welche 1728 hier als Stifts-
propstin starb, ferner ein Bildnis der Kaiserin Katharina II. von Rußland.
Die Schloßkirche(Dom), in romanischem Stil, wurde von Heinrich I. gegründet, in ihrer jetzigen Gestalt erst von Otto III.
erbaut und 1021 unter Heinrich II. vollendet.
1862 wurde der
Unterbau, 1880 die Türme erneuert.
Eintritt. Karten nur im Klopstockhause:
Pers. 25 Pf.
Im Innern ist besonders bemerkens- wert die Unterkirche(Krypta) in byzantinischem Stil, die noch aus der Zeit Heinrichs I.(† 938), des Finklers, stammt, welcher hier neben seiner Gemahlin Mathilde ruht. Durch die Bußkapelle gelangt man unter dem Südschiff der Kirche hin- durch zu einer Gruft, welche u. a. auch die Gebeine der Gräfin Aurora von Königsmark enthält.
In der CGyther(Sakristei) neben der Oberkirche befinden sich inter- essante Reliquien und Kuriositäten. Ein Reliquienschrein Heinrichs I. mit roher Elfenbeinarbeit, ein Krug von der Hochzeit zu Kana, Geschenk
Schöne Aussicht von der auf die Stadt und die Berge.
Im Gasthof Zum weißen Engel, in der Altentopfgasse, einem Fachwerk- bau aus dem Jahrel623(renoviert), im oberen Stockwerk befinden sich 12 Stuckreliefs aus dem 17. Jahrh. Sechs von ihnen stellen die Ge- schichte des Tobias dar, fünf ver- sinnbildlichen die fünf Sinne. Das zwölfte Relief zeigt einen lang-
1 Person 50 Pf., jede weitere
der Kaiserin Theophania, der Ge- mahlin Ottos II., drei Evangelinarien, darunter der in Gold und Elfenbein
gebundene Codex areus, ein Evan-
gelienbuch aus dem 9. Jahrhundert, ein Teil der Itala, der ältesten lateini- schen Bibelübersetzung, ums Jahr 400 n. Chr. geschrieben, Teppiche
aus dem 13. Jahrhundert, von den
Damen des Stiftes Quedlinburg ge- wirkt, ein Bischofsstab und schließlich der angebliche Bartkamm Hein- richs I. in Elfenbein. Beachtens- werte Grabsteine aus dem 13. und 14. Jahrhundert in der Mitte des Hauptschiffes der Kirche.
Schloßterrasse vor der Kirche
schnäbligen Vogel mit einem Men- schenantlitz auf der Brust, der mit dem Schnabel an die Nase dieses Antlitzes faßt. Die lateinische In schrift„Nosce te ipsum“ scheint hier dem deutschen Spruch„Zupfe dich an deiner eignen Nase“ zu ent- sprechen.
Quedlinburgs Gärtnereibetrieb ist weitberühmt, insbesondere ist der Samenhandel sehr bedeutend. Die Gärtnereifirma Ge- brüder Dippe bebaut 12 000 Morgen Land und beschäftigt gegen
2000 Arbeiter.


